Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

der  polnischen  Verhältnisse  die  Vorhand  sichern  müsse;
es  schwebte  ihr  dabei  wohl  von  Anfang  an  eine  Vereinigung
Russisch-Polens  mit  Galizien  und  die  Angliederung  dieses
neuen  Gebildes  in  einer  mehr  oder  weniger  losen  Form
an  Österreich-Ungarn  vor.  Als  Baron  Burian  den  Reichskanzler
  Mitte  April  1916  in  Berlin  besuchte,  äußerte  er
halb  ım  Scherz,  halb  im  Ernst,  er  werde  erst  nach  Wien
zurückreisen,  wenn  er  Polen  in  seinem  Handkoffer  mitnehmen
  könne.  Sein  Handkoffer  war  für  Polen  doch
etwas  zu  klein,  und  er  hat  es  nicht  mitgenommen.
Die  polnische  Frage  blieb  zwischen  Deutschland  und
Österreich-Ungarn  ungeklärt.  Die  Wiener  Regierung
benutzte  diesen  Zustand,  um  ın  Polen  selbst  für  ihr  Ziel
eine  rege  Propaganda  zu  entfalten,  und  zwar  nicht  nur
in  dem  von  österreichisch-ungarischen  Truppen  besetzten
südlichen  Teil,  dem  Bezirk  von  Lublin,  sondern  auch  in
dem  von  unseren  Truppen  besetzten  Generalgouvernement
Warschau.

Die  sich  aus  diesem  Zustand  ergebenden  Verhältnisse
wurden  allmählich  unhaltbar.

Nach  der  schweren  Niederlage  der  Österreicher  in
Wolhynien  und  Galizien  im  Juni  1916  schien  Herrn
von  Bethmann  die  Gelegenheit  gekommen,  eine  Klärung
herbeizuführen.  Der  Kanzler  reiste  mit  Herrn  von  Jagow
am  10.  August  1916  nach  Wien,  um  dort  mit  Baron  Burian
auf  einer  Grundlage  ins  Reine  zu  kommen,  die  vor  allem
die  von  Österreich  beanspruchte  Präponderanz  in  den

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