Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

gegeben  hatte.  Bestimmte  Vorschläge  machte  er  jedoch
ebensowenig  wie  sein  Minister  des  Äußern.  Soweit  ich
unterrichtet  bin,  fiel  nur  in  Form  einer  sondierenden  Andeutung
  die  Bemerkung:  am  besten  wäre  es,  wenn  wir
Elsaß-Lothringen  den  Franzosen  anböten,  um  auf  diese
Weise  zum  Frieden  zu  kommen;  Österreich-Ungarn  sei
an  sich  bereit,  ganz  Galizien  und  auch  das  Trentino  herzugeben,
  das  habe  aber  keinen  praktischen  Zweck,  denn
der  Friede  könne  nur  im  Westen  gemacht  werden.  Die
Kriegslage  wurde  bei  uns,  zumal  da  die  russische  Revolution
  uns  die  Befreiung  von  unserm  großen  östlichen
Feinde  in  Aussicht  stellte,  in  keiner  Weise  als  derartig  angesehen,
  daß  die  Preisgabe  der  Reichslande  auch  nur  hätte
ın  Erwägung  gezogen  werden  können.

Am  14.  April  ließ  Kaiser  Karl  durch  einen  persönlichen
Adjutanten  an  Kaiser  Wilhelm  ein  Handschreiben  überbringen,
  dem  ein  Bericht  des  Grafen  Czernin  vom  12.  April
beigefügt  war.

In  diesem  Berichte  führte  Graf  Czernin  im  wesentlichen
  aus:

Die  militärische  Kraft  der  Monarchie  gehe  ihrem  Ende
entgegen.  Die  Rohmaterialien  für  die  Munitionserzeugung
gingen  zur  Neige.  Dumpfe  Verzweiflung  habe  sich  aller
Volksschichten  bemächtigt.  Im  Spätsommer  oder  Herbst
müsse  um  jeden  Preis  Schluß  gemacht  werden.  Der  Krieg,
der  in  der  Weltgeschichte  ohne  Vorbild  sei,  habe  für  ganz
Europa  die  revolutionäre  Gefahr  heraufbeschworen.  Auf

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