Antwort  des  Reichskanzlers  an  Österreich

„Geheimen,  aber  sicheren  Nachrichten  zufolge  hat
Ministerpräsident  Ribot  kürzlich  zum  italienischen  Botschafter
  in  Paris  geäußert,  Frankreich  ginge  der  Erschöpfung
  entgegen.“  Unsere  eigene  innere  Lage  sei
infolge  des  langen  Krieges  und  der  Abgeschlossenheit
vom  Weltmeer  schwierig,  aber  er,  der  Kanzler,  habe
das  feste  Vertrauen,  daß  es  gelingen  werde,  die  Schwierigkeiten
  ohne  dauernde  ‚Gefährdung  der  Volkskraft  und
ohne  Bedrohung  des  staatlichen  Gefüges  zu  überwinden.
  Gleichwohl  stimme  er  mit  dem  Grafen  Czernin
voll  überein  in  der  Verfolgung  des  Zieles,  ,‚einen  ehrenvollen,
  den  Interessen  des  Reiches  und  unserer  Bundesgenossen
  gerechtwerdenden  Frieden  so  bald  wie  möglich
herbeizuführen“.  Er  teile  auch  die  Ansicht,  ,‚daß  das
wichtige  Moment  der  Schwächung  Rußlands  ausgenutzt
und  daß  eine  erneute  Friedensaktion  zu  einem  Zeitpunkt
eingeleitet  werden  muß,  an  dem  die  militärische  und
politische  Initiative  noch  in  unseren  Händen  ruht“.  Graf
Czernin  selbst  habe  den  Zeitpunkt  hierfür  in  zwei  bis  drei
Monaten  ins  Auge  gefaßt,  an  dem  die  feindlichen  Offensiven
  ihr  Ende  gefunden  hätten.  In  der  Tat  würde
gegenwärtig  bei  den  weitgespannten  Erwartungen  der
Franzosen  und  Engländer  eine  zu  stark  unterstrichene
Friedensbereitschaft  nicht  nur  zur  Erfolglosigkeit  verdammt
  sein,  sondern  auch  durch  den  in  ihr  ruhenden
Schein  der  hoffnungslosen  Erschöpfung  der  Mittelmächte
die  Kräfte  der  Gegner  neu  beleben.  Augenblicklich  wäre

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