Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

ein  allgemeiner  Friede  nur  durch  Unterwerfung  unter  den
Willen  unserer  Feinde  zu  erkaufen.  Ein  solcher  Friede  aber
würde  vom  Volke  nicht  ertragen  werden  und  verhängnisvolle
  Gefahren  für  die  Monarchie  heraufbeschwören.
Die  Entwicklung  der  Ereignisse  in  Rußland  dränge  den
Kampf  der  (russischen)  Parteien  immer  mehr  auf  die
Friedensfrage;  diese  Entwicklung  müsse  aufmerksam  verfolgt
  und  begünstigt,  kommende  russische  Sondierungsversuche
  müßten  zwar  ohne  zur  Schau  getragenes  Empressement,
  aber  doch  sachlich  so  behandelt  werden,  daß
sie  zu  tatsächlichen  Friedensverhandlungen  führten.

Daß  der  hier  gezeigte  Weg  —  unabhängig  von  der  Frage
des  Erfolges  des  U-Bootkriegs  —  unter  den  damaligen
Verhältnissen  der  einzig  mögliche  war,  hat  die  Entwicklung
  der  nächsten  Monate  gezeigt;  mehr  noch  die  erst
später  bekanntgewordene  und  auch  heute  in  deutschen
Kreisen  noch  auffallend  wenig  bekannte  Folge,  die  die
französische  Regierung  mit  ihren  Verbündeten  dem  Brief
des  Kaisers  Karl  gegeben  hat.  Davon  später!

Graf  Czernin  selbst  kam  für  längere  Zeit  nicht  auf
seine  Anregung  des  mit  weitgehenden  und  schmerzlichen
Opfern  anzubietenden  Friedens  zurück.  Im  Gegenteil,  die
Besprechungen,  die  er  am  17.  und  18.  Mai  1917  erneut
in  unserem  Hauptquartier  zu  Kreuznach  führte,  bewegten
sich  auf  ganz  anderen  Grundlagen  als  denjenigen  des
Verzichtens  und  Opferns;  es  drehte  sich  bei  ihnen  um
politische  Kompensationen  von  sehr  erheblichem  Umfang,

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