Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

Der  einfache  Mann  aus  dem  Volke  sah  die  glänzenden
Siege  unserer  Heere,  er  sah,  daß  unsere  Feinde  von  unseren
Grenzen  ferngehalten  oder,  wo  sie  eingebrochen  waren,
wieder  vertrieben  wurden;  er  sah,  daß  wir  in  Ost  und
West  weit  in  Feindesland  standen.  Diese  handgreiflichen
Wahrnehmungen,  die  über  unsere  wirkliche  Lage  hinwegtäuschten,
  führten  auf  der  einen  Seite  zu  der  Überspannung
der  Kriegsziele;  auf  der  anderen  Seite  aber  bereiteten  sie
den  Boden  für  den  Eindruck,  unser  ursprüngliches
Verteidigungsziel  sei  erreicht,  Deutschland  könne  jeden
Augenblick  einen  ehrenvollen,  seinen  Bestand  und  seine
Zukunft  sichernden  Frieden  haben,  wenn  nur  auf  Eroberungspläne
  Verzicht  geleistet  werde.  Der  wahre  Sachverhalt,
  daß  unsere  Feinde,  trotz  unserer  Abwehr-  und
Angriffserfolge  auf  den  verschiedenen  europäischen  Kriegsschauplätzen,
  in  keinem  Augenblick  bereit  waren,  mit  uns
einen  Frieden  auf  Grund  unseres  Standes  vor  dem  Krieg
zu  machen  —  dieser  auch  von  dem  Grafen  Czernin  in
seiner  bereits  mehrfach  angeführten  Rede  vom  Dezember
1918  ausdrücklich  bestätigte  Sachverhalt  —,  war  bei  uns
nur  wenigen  klar  und  wollte  jedenfalls  dem  einfachen
Manne  aus  dem  Volke  nicht  in  den  Kopf.

Verschärft  wurde  der  Streit  um  die  Kriegsziele  unverkennbar
  dadurch,  daß  der  Gegensatz  von  Unternehmertum
und  Arbeiterschaft  in  diese  außenpolitische  Frage  stark
hineinspielte.  Die  Führer  und  Verbände  unserer  großen
Industrien,  vor  allem  der  „Schwerindustrie'‘,  setzten  sich

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