Gegen  die  „Kriegsverlängerer‘“

mit  Nachdruck  für  weitgespannte  Kriegsziele  ein,  während
die  große  Masse  der  Arbeiter  vor  allem  den  Frieden  herbeisehnte.
  Eine  häßliche  Agitation  brachte  die  Haltung  des
großindustriellen  Unternehmertums  in  der  Frage  der  Kriegsziele
  in  Zusammenhang  mit  den  Gewinnen  der  Industrie
aus  Kriegsaufträgen.  Die  Worte  „Kriegsgewinnler“  und
„Kriegsverlängerer”  begannen  die  Öffentliche  Erörterung
der  Kriegsziele  zu  vergiften.

Der  Streit  um  den  U-Bootkrieg,  der  vom  Frühjahr  1916
an  immer  schärfere  Formen  annahm,  tat  ein  übriges,  um
den  „Burgfrieden‘  zu  erledigen.

Diese  Entwicklung  mußte  natürlich  auch  in  den
parlamentarischen  Verhandlungen  zum  Ausdruck  kommen.

Das  Jahr  1915  war  auf  diesem  Felde  im  großen  ganzen
noch  friedlich  verlaufen.  Aber  schon  am  24.  März  1916
richtete  bei  der  Beratung  des  Notetats  für  das  Rechnungsjahr
  1916  der  Abgeordnete  Haase  —  wie  im  Verlauf  der
Sitzung  durch  den  Abgeordneten  Scheidemann  festgestellt
worden  ist,  ohne  von  der  sozialdemokratischen  Fraktion
dazu  beauftragt  zu  sein  und  ohne  dieser  auch  nur  Kenntnis
von  seiner  Absicht  zu  geben  —  die  heftigsten  Angriffe
gegen  die  Reichsregierung  und  die  „Kriegsverlängerer“;
er  erklärte,  daß  er  mit  einer  Anzahl  von  Freunden  den
Notetat,  ebenso  wie  später  den  Hauptetat,  ablehnen  werde.
Das  Auftreten  Haases  führte  zu  einem  großen  Tumult.
Das  Haus  entzog  ihm,  von  dem  Präsidenten  befragt,  das
Wort,  und  sein  Fraktionskollege  Scheidemann  schüttelte

6  Helfferich,  Weltkrieg  III  