Schwierige  Lage  der  Regierung



Auf  dem  Gebiet  der  Volksernährung  war  angesichts
der  in  ihrer  Wirksamkeit  sich  steigernden  Hungerblockade
eine  durchgreifende  Verbesserung  der  Verhältnisse  nicht
zu  erhoffen.  Durch  die  mit  meiner  Übernahme  des
Reichsamts  des  Innern  zusammenfallende  Schaffung  des
Kriegsernährungsamts  sollte  die  Organisation  der  Volksversorgung
  nach  Möglichkeit  vervollkommnet  werden.
In  dem  Oberpräsidenten  von  Batocki  erhielt  das  neue
Amt  einen  ungewöhnlich  ideen-  und  kenntnisreichen,  beweglichen
  und  tätigen  Mann  als  Leiter.  Aber  niemand
machte  sich  eine  Illusion  darüber,  daß  auch  die  beste
Organisation  und  die  trefflichste  Leitung  kein  Kornfeld
auf  der  flachen  Hand  wachsen  lassen  kann  und  daß  bis
zum  Ende  des  Krieges  und  darüber  hinaus  die  Knappheit
der  Lebensmittel  die  Widerstandskraft  unseres  Volkes
auf  die  härteste  Probe  stellen  werde.

Blieb  das  Gebiet  der  inneren  Politik.

Hier  gingen  die  Beschwerden  und  Forderungen  nach
zwei  verschiedenen  Richtungen:  einmal  auf  Aufhebung
oder  Milderung  der  auf  Grund  des  Kriegszustandes
verhängten  Beschränkungen  der  persönlichen  Freiheit
und  des  politischen  Lebens;  dann  auf  eine  freiheitliche
Ausgestaltung  unserer  gesamten  politischen  und  sozialen
Verhältnisse.

In  ersterer  Beziehung  war  es  die  Handhabung  des  Belagerungszustandes
  auf  Grund  des  alten  und  veralteten
preußischen  Gesetzes  von  1851,  die  starke  Unzufriedenheit

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