Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

durch  das  Verhalten  des  Reichstags  nicht  gerade  erleichtert.
  Als  Ende  Oktober  1916  der  Abgeordnete  Dittmann
von  der  Unabhängigen  Sozialdemokratie  eine  von  Übertreibungen
  strotzende  und  sichtlich  auf  agitatorische
Zwecke  und  aufreizende  Wirkung  berechnete  Rede  hielt
und  ich  ihm  mit  einiger  Schärfe  entgegentrat,  hielt  es  der
nationalliberale  Abgeordnete  Dr.  Paasche  für  angezeigt,
mir  unter  dem  Jubel  der  Sozialdemokraten  und  dem
Beifall  auch  eines  großen  Teils  der  bürgerlichen  Parteien
in  den  Rücken  zu  fallen,  weil  ich  ıhm  nicht  genug  Entrüstung
  über  die  unerwiesenen  Vorgänge  ausgesprochen
und  mich  geweigert  hatte,  die  beteiligten  Beamten  ungehört
  zu  verurteilen.  Die  Unabhängigen  Sozialdemokraten
haben  späterhin  die  Rede  des  Herrn  Dittmann  und  dessen
Unterstützung  durch  Herrn  Paasche  in  vielen  Tausenden
von  Druckheften  für  ihre  Agitation  verwendet,  namentlich
  auch  innerhalb  der  Marine.

Hinter  der  zum  Teil  berechtigten  Erregung  über  die
Handhabung  des  Belagerungszustandes  traten  noch  in
der  ersten  Zeit  meiner  Wirksamkeit  als  Staatssekretär
des  Innern  die  Forderungen  nach  politischen  und  sozialen
Reformen  zurück,  Das  Wort  von  der  ‚Neuorientierung‘
war  allerdings  zum  Schlagwort  geworden  und  spielte  als
solches  in  den  politischen  Diskussionen  eine  große  Rolle.
Aber  wenn  ich  in  Unterhaltungen  mit  politischen  Persönlichkeiten
  zu  ergründen  versuchte,  was  man  sich  an  konkreten
  Reformen  unter  der  „Neuorientierung“  denkt  so

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