Einwirkungen  der  russischen  Revolution

Die  Gestaltung  der innerpolitischen  Lage  unter
der  Einwirkung  der  russischen  Revolution

Ein  Zufall  wollte  es,  daß  der  Kanzler  in  seiner  Eigenschaft
  als  preußischer  Ministerpräsident  am  14.  März,  an
dem  Tage,  an  dessen  Abend  die  ersten  Nachrichten  über
den  Ausbruch  der  russischen  Revolution  bei  uns  eintrafen,
  und  ehe  er  von  diesem  Ereignis  Kenntnis  hatte,
im  Abgeordnetenhaus  erschien  und  dort  ein  ebenso  überzeugtes
  wie  überzeugendes  Bekenntnis  für  die  Notwendigkeit
  innerpolitischer  Reformen  ablegte.  Veranlaßt  wurde
er  zu  diesem  Auftreten  durch  Erörterungen,  die  kurz
zuvor  aus  Anlaß  der  Diätenvorlage  im  Preußischen
Herrenhaus  stattgefunden  hatten;  dabei  hatten  die
Sprecher  der  Rechten  mit  großem  Nachdruck  den  altkonservativen
  Standpunkt  hervorgekehrt,  und  zwar  unter
scharfen  Angriffen  auf  die  Bestrebungerm  nach  parlamentarischer
  Machterweiterung  und  auf  den  Kanzler,
der  diesen  Bestrebungen  nicht  den  nötigen  Widerstand
entgegensetze.

Der  Kanzler  sprach  in  seiner  Erwiderung  die  unerschütterliche
  Überzeugung  aus,  daß  das  Erleben  des  Krieges
zu  einer  Umgestaltung  unseres  politischen  Lebens  führen
müsse,  „allen  Widerständen  zum  Trotz‘.  Er  fügte  hinzu:

„Wären  wir  nicht  gewillt,  alle  die  Folgerungen,  die
sich  aus  dem  Erleben  dieses  Krieges  ergeben,  entschlossen
zu  ziehen  in  allen  Fragen  des  politischen  Lebens,  in  der

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