Zuspitzung  der  inneren  Lage

hervorgerufenen  Erregung  der  Geister  lag  die  Gefahr  vor,
daß  die  durchsichtige  Absicht  unserer  Feinde,  unsere
Widerstandskraft  mit  der  Parole  ‚,Demokratie  gegen  Autokratie‘“
  von  innen  heraus  zusprengen,  Erfolg  haben  könnte.

Noch  am  Abend  des  30.  März  1917,  an  dem  der  Reichstag
  die  Einsetzung  des  Verfassungsausschusses  beschlossen
hatte,  fand  beim  Reichskanzler  eine  Besprechung  mit
den  meistbeteiligten  preußischen  Ministern  und  Staatssekretären
  statt,  bei  der  Herr  von  Bethmann  sich  dahin
aussprach,  daß  angesichts  der  Zuspitzung  der  inneren  Lage
die  nicht  mehr  zu  umgehende  Reform  des  preußischen
Wahlrechts,  ehe  der  Krone  durch  Parlamentsbeschlüsse
die  Initiative  genommen  werde,  von  dem  König  in  feierlicher
  Form  verkündet  werden  müsse.  Er  hoffte,  daß
eine  solche  vom  König  erlassene  und  vom  Ministerpräsidenten
  gegengezeichnete  Ankündigung  Beruhigung
schaffen,  die  Lage  entlasten  und  die  Stellung  des  Kaisers
und  Königs  festigen  werde.

In  den  nächsten  Tagen  reiste  der  Kanzler  zu  der
schon  erwähnten  Zusammenkunft  mit  dem  Kaiser  von
Österreich  in  das  Große  Hauptquartier.  Bei  dieser  Gelegenheit
  hielt  er  dem  Kaiser  eingehenden  Vortrag  auch
über  die  innere  Lage  und  schlug  dem  Kaiser  den  Erlaß
  einer  Botschaft  vor,  die  neben  anderen  Reformen
eine  Umbildung  des  preußischen  Landtags  und  eine  freiheitliche
  Gestaltung  des  Wahlrechts  zum  Abgeordnetenhaus
  ankündigen  sollte.  Der  Kaiser  ließ  sich  von  der

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