Der  Verfassungsausschuß

  

Vertretern  ich  noch  tagszuvor  eine  ebenso  eingehende  wie
offene  Aussprache  gehabt  hatte,  auf  das  peinlichste  berührt
und  beschränkte  mich  auf  die  Erklärung,  daß  ich  der
Stellungnahme  der  Verbündeten  Regierungen  in  Fragen,
die  an  die  Grundmauern  unserer  Verfassung  rührten  und
das  Verhältnis  der  Verbündeten  Regierungen  zu  der
Reichsleitung  wie  zum  Reichstag  so  nahe  angingen,  in
keiner  Weise  vorgreifen  könne;  daß  ich  mich  also  für  den
Augenblick  darauf  beschränken  müsse,  von  den  Meinungsäußerungen
  des  Ausschusses  Kenntnis  zu  nehmen  und
durch  meine  Kommissare  erforderlichenfalls  sachliche
Aufklärungen  geben  zu  lassen.

Den  Parteiführern  gegenüber  machte  ich  aus  meiner
Beurteilung  ihres  Verhaltens  kein  Hehl.  Ich  wies  sie
außerdem  darauf  hin,  daß  die  gänzlich  überflüssige  Aufrollung
  der  die  Kommandogewalt  des  Kaisers  berührenden
Frage  der  Gegenzeichnung  der  Öffiziersernennungen  in
weiten  Kreisen  des  Offizierkorps,  das  draußen  vor  dem
Feinde  sein  Leben  täglıch  in  die  Schanze  schlage,  ernstliche
  Verstimmung  hervorrufen  werde;  daß  außerdem
durch  diesen  Antrag  bekannte  Empfindlichkeiten  des
Kaisers  getroffen  würden,  die  ohne  Not  zu  verletzen
gerade  nach  der  Osterbotschaft  mir  wenig  angebracht
erscheine;  daß  schließlich  die  Stellung  des  Kanzlers,
dessen  Verhältnis  zur  Obersten  Heeresleitung  sich  neuerdings
  verschärft  hatte,  durch  solche  Improvisationen
ernstlich  gefährdet  werde.

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