Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

    

Die  drei  Parteien  gossen  nun  in  der  Tat  etwas  Wasser
in  den  Wein  des  Verfassungsausschusses.  Als  der  Reichstag
  am  10.  Mai  für  einige  Zeit  in  Ferien  ging,  waren  seine
Arbeiten  noch  nicht  abgeschlossen.  Ich  hatte  den  Eindruck,
  daß  bei  den  drei  Mittelparteien  die  ernsthafte
Absicht  bestehe,  nichts  zu  überstürzen  und  den  Verfassungswagen
  in  ruhiger  Fahrt  zu  halten.  Der  Kanzler
faßte  seinerseits  in  jener  Zeit  die  Aufnahme  von  führenden
Abgeordneten  in  die  Reichsleitung  ernstlich  ins  Auge  und  ließ
wegen  der  dem  Kaiser  in  Vorschlag  zu  bringenden  Persönlichkeiten
  vertraulich  sondieren.  Ich  konnte  ihn  in  dieser
Absicht  nur  bestärken.  Denn  die  schweren  Zeiten,  die
uns  unter  allen  Umständen  noch  bevorstanden,  waren
nur  von  einer  Regierung  zu  überwinden,  die  durch  die
Herstellung  eines  engen  Vertrauensverhältnisses  zur  Volksvertretung
  die  parlamentarischen  Schwierigkeiten  und
Reibungen  nach  Möglichkeit  ausschaltete,  die  uns  im
letzten  Jahre  so  viel  Zeit  und  Kraft  gekostet,  das  Volk
erregt  und  unseren  Feinden  die  Hoffnung  auf  einen
inneren  Konflikt  und  Zusammenbruch  gegeben  hatten.

Die  Juli-Krisis

Um  die  Mitte  des  Jahres  1917  schien  sich  die  ungeheure
Woge  des  Weltkriegs  endlich  überschlagen  und  brechen
zu  wollen.  Die  große  flandrische  Offensive,  die  England
vom  Druck  des  U-Bootkriegs  entlasten  sollte,  war  nach

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