Neue  innere  Schwierigkeiten

den  ersten  Anfangserfolgen  steckengeblieben;  die  Franzosen
  verhielten  sich  nach  dem  Scheitern  ihrer  Aisneund
  Champagne-Offensive  verhältnismäßig  ruhig;  im
Osten  spielte  die  russische  Kriegspartei  unter  Kerenski
ihre  offensichtlich  letzte  Karte  aus.  Eine  wirksame  Hilfe
Amerikas  war  für  die  nächste  Zeit  noch  nicht  zu  erwarten.
Der  U-Bootkrieg  begann,  wie  oben  (S.  39ff.)  gezeigt,  einen
ernstlichen  Druck  auf  England  auszuüben.  Unter  der
Wirkung  dieser  Verhältnisse  schien  ein  Umschwung  in  dem
bisher  starren  Kriegswillen  der  Entente  sich  vorzubereiten.
Es  wurden  die  ersten  Fühler  von  dort  zu  uns  und  zu
Österreich-Ungarn  ausgesteckt  (S.  145  ff.)  Mehr  denn  je
kam  es  in  diesen  Wochen  nach  Hindenburgs  Wort  darauf
an,  die  Nerven  zu  behalten  und  unseren  Feinden  die  durch
die  Lebensmittelschwierigkeiten,  Streiks  und  Krawalle  im
April  erweckte  Hoffnung  auf  unseren  inneren  Zusammenbruch
  zu  nehmen.

Es  traf  sich  deshalb  sehr  unglücklich,  daß  der  Reichsschatzsekretär
  Graf  Roedern  infolge  der  enormen  Steigerung
  der  monatlichen  Kriegsausgaben  in  der  zweiten  Junihälfte
  erklären  mußte,  daß  er  mit  seinen  Kriegskrediten
etwa  Mitte  Juli  zu  Ende  sein  werde  und  daß  infolgedessen
der  Reichstag  schon  in  der  ersten  Julihälfte  wieder  zusammenberufen
  werden  müsse.  Gerade  der  Verlauf  der
letzten  Tagung  hatte  gezeigt,  wie  sehr  auch  der  Reichstag
und  seine  Parteien  unter  dem  nervenzerrüttenden  Einfluß
  der  allgemeinen  Hochspannung  standen  und  wie

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