Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution



Kanzler  wie  vom  Auswärtigen  Amt  eines  geradezu  uneingeschränkten
  Vertrauens  gewürdigt  worden  war  —  übrigens
gegen  meine  immer  wiederholten  Warnungen  —,  In  der
auf  das  schärfste  zugespitzten  internationalen  Lage  eine
solche  hochpolitische  Aktion  ohne  Verständigung  mit  dem
Kanzler  öffentlich  in  die  Wege  leiten  konnte.

Über  die  Motive  Erzbergers  bestand  damals  Unklarheit.
  Glaubte  er  mit  seinem  Vorstoß  den  ihm  bekannten
päpstlichen  Friedensbemühungen  zu  sekundieren?  Oder
waren  es  österreichische  Einflüsse,  die  ihn  zu  seinem
Vorstoß  bestimmt  hatten?  Inzwischen  hat  Graf  Czernin
ausdrücklich  diesen  letzteren  Zusammenhang  bestätigt.
In  seiner  Rede  vom  11.  Dezember  1918  sagte  Graf
Czernin:

„Einer  meiner  Freunde  hatte  auf  mein  Ersuchen
mehrere  Unterredungen  mit  den  Herren  Südekum  und
Erzberger  und  bestärkte  sie  durch  meine  Schilderung
unserer  Lage  in  ihren  Bestrebungen  zur  Erreichung  der
bekannten  Friedensresolution.  Es  war  auf  Grund  dieser
Schilderungen,  daß  die  beiden  genannten  Herren  die
Reichstagsresolution  für  einen  Verständigungsfrieden
durchsetzten  Ich  hoffte  damals  einen  Augenblick,
im  Deutschen  Reichstag  einen  dauernden  und  kräftigen
Verbündeten  gegen  die  Eroberungspläne  der  Militärs
zu  finden.“

Herr  Erzberger  hatte  sich  also  nicht  gescheut,  mit  sozialdemokratischer
  Unterstützung  im  Einvernehmen  mit

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