Von:  U-Bootkrieg  bis  zur  Trriedensresolution

Der  Kanzler  empfing  am  Nachmittag  des  6.  Juli  als  Vertreter
  der  Mittelparteien  die  Herren  Dr.  Spahn,  Dr.  Schiffer
und  von  Payer.  Er  gewann  aus  der  Unterhaltung  mit
den  Herren  den  Eindruck,  daß  zur  Aufrechterhaltung
der  Geschlossenheit  der  inneren  Front  ein  offenes  Bekenntnis
  des  Kaisers  zum  gleichen  Wahlrecht  für  Preußen
unumgänglich  sei.  Am  Abend  nach  neun  Uhr  erschien
bei  ihm  eine  Delegation  der  Mehrheitssozialdemokraten,
bestehend  aus  den  Herren  Ebert,  Scheidemann,  David,
Hoch  und  Hoffmann  (Kaiserslautern),  um  das  Bekenntnis
zu  einem  Frieden  ohne  Annexionen  und  Entschädigungen
und  das  gleiche  Wahlrecht  für  Preußen  zu  verlangen.  Der
Kanzler  erzählte  mir,  die  Herren  hätten  nicht  von  Bedingungen
  für  die  Bewilligung  des  anstehenden  Kriegskredites
  gesprochen,  auch  nicht  die  „Parlamentarisierung
der  Regierung‘,  von  der  in  den  Kreisen  der  Mittelparteien
wieder  eifrig  gesprochen  wurde,  berührt;  aber  sie  hätten
keinen  Zweifel  daran  gelassen,  daß  die  Nichtberücksichtigung
  ihrer  Forderungen  den  Sozialdemokraten  eine  weitere
Unterstützung  der  Kriegspolitik  der  Regierung  unmöglich
machen  würde.

Am  folgenden  Tag,  Sonnabend,  den  7.  Juli,  beabsichtigte
der  Kaiser,  von  einem  Besuch  in  Wien  kommend,  zu  kurzem
Aufenthalt  in  Berlin  einzutreffen.  Dort  fanden  sich  auch
der  Generalfeldmarschall  von  Hindenburg  und  General
Ludendorft  ein,  die  sich  auf  die  Vorgänge  im  Hauptausschusse
  hin  zusammen  mit  dem  Kriegsminister  beim  Kaiser

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