Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

sollte.  Noch  am  Mittwoch,  11.  Juli,  erklärten  mir  die
Führer  der  Fortschrittlichen  Volkspartei  und  der  Sozialdemokraten,
  kein  Interesse  an  einem  Kanzlerwechsel  zu
haben.  Für  das  Zentrum  gab  mir  in  Gegenwart  des  Abgeordneten
  Dr.  Spahn  der  Abgeordnete  Fehrenbach  ein
Resume  wieder,  in  dem  er  nach  einer  langen  Aussprache
in  der  Fraktion  deren  Meinung  zusammengefaßt  habe.  Das
Resume  lautete  etwa:  Das  Zentrum  sähe  in  seiner  großen
Mehrheit  kein  Bedenken  gegen  das  Verbleiben  des  Kanzlers
im  Amte,.  Die  Fraktion  vertraue  jedoch  darauf,  daß  der
Kanzler,  falls  sich  herausstellen  sollte,  daß  seine  Person
eine  Erschwerung  für  Friedensverhandlungen  sei,  daraus
die  Konsequenzen  ziehen  werde.  Sogar  von  den  Konservativen,
  den  erklärten  Bethmann-Gegnern,  gewann  ich  den
Eindruck,  daß  sie  für  eine  geräuschlose  Erledigung  der
Kriegskredite  unter  Zurückstellung  ihrer  Wünsche  nach
einem  Kanzlerwechsel  zu  haben  sein  würden.

Mit  den  Vertretern  der  Nationalliberalen  konnte  ich
erst  am  Donnerstag  vormittag  sprechen.  Als  deren  Vertreter
  besuchten  mich  die  Herren  Dr.  Schiffer,  Dr.  Stresemann
  und  List  (EBlingen).  Dr.  Stresemann  erklärte,  ein
großer  Teil  seiner  Partei  betrachte  Bethmanns  Abgang  als
eine  Notwendigkeit.  Dr.  Schiffer  machte  nur  den  Einwand,
  daß  nicht  alle  in  der  Partei  so  dächten.  Auf  meinen
Hinweis  auf  die  außenpolitischen  Umstände,  die  im
gegenwärtigen  Moment  gegen  einen  Kanzlerwechsel  und
für  eine  glatte  Bewilligung  des  Kriegskredits  sprächen,

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