Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

im  weiteren  Verlauf  des  Vormittags  den  österreichischungarischen
  Botschafter  Prinzen  Hohenlohe  und  den  bulgarischen
  Gesandten  Rizoff  besucht,  die  beide  mit  größtem
Nachdruck  für  ein  Verbleiben  Bethmanns  eintraten.

Ferner  erfuhr  ich  beim  Kanzler,  daß  Herr  von  Payer  berichtet
  hatte,  ein  „Offizier  aus  dem  Großen  Hauptquartier"
habe  einem  seiner  Fraktionskollegen  gesagt,  er  möge  in  der
Fraktion  verbreiten,  Hindenburg  und  Ludendorff  könnten
nicht  länger  mit  Herrn  von  Bethmann  zusammenarbeiten  ;
den  gleichen  Auftrag  hätten  Erzberger,  Dr.  Stresemann
und  wohl  auch  Dr.  David  für  ihre  Fraktionen  erhalten.

Auf  die  telegraphische  Mitteilung  dieser  Behauptungen
ließ  General  Ludendorff  am  Abend  desselben  Tages  an
den  Kanzler  zurücktelegraphieren:

„Ich  habe  keinen  Offizier  beauftragt,  einem  Abgeordneten
  zu  übermitteln,  daß  ich  mit  dem  Herrn  Reichskanzler
  von  Bethmann  Hollweg  nicht  weiterarbeiten
könne.“

Das  Dementi  bezog  sıch  jedoch  nur  auf  die  Beauftragung
eines  Offiziers  mit  einer  solchen  Mitteilung,  nicht  auf  die
Sache  selbst.  Denn  zu  der  Stunde,  als  dieses  Telegramm
an  die  Reichskanzlei  abgesandt  wurde,  war  in  der  Sache
der  entscheidende  Schritt  bereits  geschehen  und  Herrn  von
Bethmann  bekannt:  Generalfeldmarschall  von  Hindenburg
und  General  Ludendorff  hatten  den  Kaiser  für  den  Fall
des  Verbleibens  des  Herrn  von  Bethmann  im  Laufe  des
Nachmittags  telegraphiısch  um  ihre  Entlassung  gebeten.

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