Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

kanzlerpalais  einfand,  mit  einiger  Heftigkeit  zum  Ausdruck.
  Ich  sagte  voraus,  daß  der  neue  Kanzler  sich  nicht
bis  Weihnachten  werde  ım  Amte  halten  können,  und  ersuchte
  Herrn  von  Valentini,  dem  Kaiser  meine  Bitte  um
Entlassung  zu  übermitteln.  Auch  dem  neuen  Kanzler,
der  mich  bat,  ihm  meine  Mitarbeit  zu  gewähren,  erklärte
ich  meinen  Entschluß,  meine  Entlassung  zu  nehmen;  auf
sein  Drängen  sagte  ich  ihm  schließlich  zu,  für  eine  Übergangszeit,
  bis  er  selbst  eingearbeitet  sei  und  für  mich
einen  geeigneten  Nachfolger  gefunden  habe,  die  Geschäfte
weiterzuführen.

Unterdessen  hatte  Wolffs  Telegraphisches  Bureau  der
Reichskanzlei  telephonisch  mitgeteilt,  es  habe  „aus  dem
Reichstag‘'  den  Wortlaut  der  ,‚Friedensresolution‘‘  zur  sofortigen
  Verbreitung  erhalten.  Da  mit  den  Parteien  verabredet
  worden  war,  daß  am  nächsten  Tag  über  die  Resolution
  weiter  verhandelt  werden  sollte,  lag  hier  ein
offensichtlich  illoyaler  Akt  und  Gewaltstreich  vor.  Der
neue  Reichskanzler  ordnete  an,  daß  Wolff  ersucht  werden
solle,  die  Verbreitung  zu  unterlassen  und  durch  Rundruf
dıe  Presse  zu  bitten,  von  einer  Veröffentlichung  der  Friedensresolution,
  falls  ihr  diese  von  anderer  Seite  zugehen
sollte,  Abstand  zu  nehmen.  Trotzdem  wurde  der  Text
der  Friedensresolution  am  nächsten  Morgen  im  „Vorwärts“
publiziert.

In  der  Frühe  des  14.  Juli  teilte  mir  der  neue  Kanzler
mit,  daß  er  versuchen  wolle,  die  Friedensresolution  durch

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