Vorzeitige  Veröffentlichung  der  Resolution  im  ,„Vorwärts"

eine  eigene  Erklärung  überflüssig  zu  machen.  Ebenso
telephonierte  mir  der  General  Ludendorff,  daß  er  trotz
der illoyalen  Veröffentlichung  der  Resolution  im  ,‚Vorwärts''
die  für  den  Nachmittag  in  Aussicht  genommene  Besprechung
  mit  den  Vertretern  der  Mehrheitsparteien  für
zweckmäßig  halte,  um  einige  Änderungen  durchzusetzen.

Die  Besprechung  fand  in  zwangloser  Form  bei  mir  im
Garten  des  Reichsamts  des  Innern  statt.  Ich  suchte  die
Sache  so  zu  führen,  daß  die  Parteien  im  Falle  einer  sie
befriedigenden  Erklärung  des  Kanzlers  auf  die  verschiedenen
  Resolutionen  —  es  lag  auch  eine  der  Konservativen
und  der  Nationalliberalen  vor  —  verzichteten.  Es  schien
einen  Augenblick  lang,  als  ob  ich  damit  Erfolg  haben
sollte.  Herr  von  Payer,  der  als  Vertrauensmann  des  Mehrheitsblockes
  durch  die  vorzeitige  Veröffentlichung  der
Resolution  sich  in  einer  sehr  schiefen  Position  fühlte
—  die  Veröffentlichung  war  übrigens  ohne  sein  Wissen
geschehen  —,  suchte  offensichtlich  einen  anständigen
Ausweg;  sogar  Herr  Erzberger  schien  für  einen  Augenblick
  schwankend  zu  werden  und  es  für  einen  gangbaren
Weg  zu  halten,  nach  der  Rede  des  Kanzlers  —  Verständigung
  über  diese  vorausgesetzt  —  über  alle  vorliegenden
Resolutionen  zur  Tagesordnung  überzugehen.  Aber  die
Sozialdemokraten  blieben  steif.  Schließlich  erklärte
Herr  Michaelis,  er  sehe  ein,  daß  kaum  mehr  etwas
zu  machen  sei,  und  er  glaube  sich  mit  der  Resolution
abfinden  zu  können.

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