Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

Die  Nationalliberalen,  die  Rechtsparteien  und  die  Oberste
Heeresleitung  waren  zwar  mit  dem  Kanzlerwechsel  zufrieden;
  aber  die  Nationalliberalen  hatten  infolge  der
Friedensresolution  den  Anschluß  an  den  sıch  bildenden
Block  der  Mehrheitsparteien  nicht  erreicht,  die  Rechtsparteien
  waren  in  den  beiden  Fragen  des  Wahlrechts  und
der  Friedensresolution  unterlegen,  und  dıe  Oberste  Heeresleitung
  mußte  schließlich  nicht  nur  die  von  ihr  als  schädlich
erachtete  Friedensresolution  in  Kauf  nehmen,  sondern
mehr  als  das:  die  Bildung  des  in  der  Friedensresolution
sein  Glaubensbekenntnis  findenden  Mehrheitsblocks,  der
von  nun  an  den  Reichstag  bis  zu  seinem  wenig  ruhmvollen
Ende  am  9.  November  1918  beherrschen  und  den  Gegensatz
  zwischen  Heeresleitung  und  Reichskanzler  mehr  und
mehr  durch  den  Gegensatz  zwischen  Heeresleitung  und
Reichstagsmehrheit  ersetzen  sollte.

Die  Krisis  hatte  also  nur  eine  Scheinlösung  gefunden;
die  ihr  zugrunde  liegenden  Gegensätze  waren  nicht  ausgeglichen
  worden.  Die  Krisis  war  beendigt,  aber  der
krıtische  Zustand  dauerte  fort.