Wirkungen  der  Friedensresolution

Von  einer  hervorragenden,  uns  durchaus  wohlgesinnten
neutralen  Persönlichkeit  fiel  damals  die  Äußerung:  ‚,Die
Entente  kann  Herrn  Erzberger  zum  Ehrenmitglied  ernennen.“


Aus  anderen  neutralen  Lagern  wurde  berichtet,  daß
die  in  unterrichteten  englischen  Kreisen  vor  kurzem  noch
herrschende  unsichere  und  pessimistische  Auffassung  neuer
Zuversicht  gewichen  sei;  jetzt  glaube  man,  Deutschland
werde  durch  innerpolitische  Kämpfe  um  die  Regierungsform
  und  durch  eine  zunehmende  Kriegsmüdigkeit  zum
Frieden  gezwungen  sein,  ehe  England  sich  in  der  gleichen
Zwangslage  sehe.

Was  wir  heute  über  gewisse  tatsächliche  Vorgänge  im
Lager  unserer  Feinde  wissen,  bestätigt  dieses  Urteil.

Noch  Anfang  April  1917  war  die  Siegeszuversicht  bei
unseren  Feinden,  namentlich  in  Frankreich,  offenbar  sehr
hochgeestimmt  gewesen.  Das  ergibt  sich  aus  der  Behandlung,
  die  der  Brief  des  Kaisers  Karl  von  Österreich  an  den
Prinzen  Sixtus  von  Parma  durch  den  Präsidenten  der  Französischen

  Republik  und  die  französische  Regierung  erfuhr.

In  diesem  Briefe*  hatte  der  österreichische  Kaiser  dem
Präsidenten  Poincare  nicht  mehr  und  nicht  weniger  angeboten,
  als  daß  er  unter  Aufbietung  seines  ganzen  persönlichen
  Einflusses  bei  seinen  Verbündeten  die  gerechten
französischen  Ansprüche  hinsichtlich  Elsaß-Lothringens

unterstützen  wolle.

*  Siehe  oben  5.  65  fl.

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