Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

Gerade  diejenigen,  welche  am  stärksten  durchdrungen
waren  von  dem  Ernst  der  Lage  und  am  stärksten  bemüht
waren,  so  bald  wie  möglich  einen  erträglichen  Frieden
herbeizuführen,  mußten  deshalb  in  dem  von  Herrn  Erzberger
  im  Verein  mit  den  Sozialdemokraten  unternommenen
  Vorstoß,  der  Bethmanns  Kanzlerschaft  ein
Ende  setzte  und  die  ,‚Friedensresolution''  zeitigte,  eine
Störung  der  Friedensbemühungen  und  eine  Beeinträchtigung
  der  Friedensmöglichkeiten  erblicken.

Auch  innerpolitisch  konnte  ich  die  Friedensresolution
nur  für  schädlich  halten.  Die  Resolution  hatte  ihren
Boden  in  der  falschen  Meinung,  daß  unsere  Gegner  lediglich
  durch  die  Furcht  vor  übertriebenen  deutschen  Kriegszielen
  in  ihrem  Kriegswillen  und  ihrer  Abneigung  gegen
Friedensverhandlungen  bestärkt  würden.  Dabei  hätte
jeder,  der  die  Dinge  mit  offenen  Augen  sah,  sich  darüber
klar  sein  müssen,  daß  das  einzige  Friedenshindernis  die  für
uns  schlechthin  unerträglichen  Kriegsziele  waren,  von
denen  sich  unsere  Feinde  nicht  trennen  wollten,  es  sei  denn,
daß  sie  sich  von  der  Unmöglichkeit  ihres  Sieges  überzeugten.
  Dies  mußte  in  alle  Köpfe  gehämmert  und  der
verhängnisvolle  Irrtum  mußte  ausgerottet  werden,  als
ob  es  nur  der  Bekundung  eines  aufrichtigen  Friedenswillens
  von  unserer  Seite  bedürfe,  um  den  Frieden  herbeizuführen.
  Ich  habe  mich  darum  bemüht,  soweit  mir  die
Möglichkeit  dazu  gegeben  war.  Nicht  nur  in  geschlossenen
  Ausschußsitzungen,  auch  in  den  öffentlichen

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