Der  Siegeswille  der  Feinde



Reichstagsverhandlungen  habe  ich  immer  und  immer
wieder,  wo  sich  die  Gelegenheit  dazu  gab,  das  Meinige
getan,  um  den  Wahn  von  der  Friedensbereitschaft  unserer
Feinde  zu  bekämpfen  und  das  wahre  Friedenshindernis
ins  Licht  zu  rücken.  So  habe  ich  am  5.  Mai  1917  dem
Abgeordneten  Cohn  auf  eine  seiner  Friedensreden
mit  dem  Ruf  nach  „Frieden,  Freiheit  und  Brot“
geantwortet:

„Glaubt  jemand  ernstlich,  daß  der  Friedensschluß  heute
eine  Frage  der  Bedingungen  ist?  Nein!  Er  ist  eine  Frage
des  Siegeswillens,  und  der  Siegeswille  ist  bei  den  anderen
noch  nicht  gebrochen.  Einen  Frieden,  wie  wir  ihn  wollen
und  brauchen,  schaffen  Sie  uns  mit  Ihren  Reden  nicht!
Und  der  Friede,  den  Sie  möchten,  der  bedeutet  nicht
Brot,  sondern  Hunger  für  unser  Volk;  er  bedeutet  nicht
Freiheit,  sondern  er  bedeutet  Knechtschaft.  Das  spreche
nicht  ich  aus;  das  sind  die  Worte  unserer  Feinde.  Lesen
Sie  nur  ihre  Reden  und  Zeitungen!  Ich  habe  neulich  im
Ausschuß  einen  Artikel  des  französischen  Senators  Humbert
verlesen,  der  mit  den  Worten  schließt:  ‚Zu  Sklaven
müssen  wir  diese  Rasse  von  Sklaven  machen,  die  von
Weltherrschaft  träumte.  —  So  sieht  der  Friede  aus,  den
unsere  Feinde  uns  gönnen  und  geben  wollen!"

Das  Vorgehen  des  Reichstagsausschusses  und  dann  des
Reichstags  unter  der  Führung  des  Herrn  Erzberger  und
der  Sozialdemokraten  mußte  aber  in  unserem  Volk  den  Irrtum
  über  das  wahre  Friedenshindernis  verstärken,  statt  ihn

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