Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

das  Reichsamt  des  Innern  in  seiner  bisherigen  Gestalt
nicht  werde  erhalten  bleiben  können  und  der  Rücktritt
des  Staatssekretärs  des  Innern  für  die  Umgestaltung  und
Aufteilung  des  Amtes  freie  Bahn  schaffe;  daß  schließlich
die  Gegnerschaften  in  Parlament  und  Presse,  die  ich  mir
im  Kampf  des  letzten  Jahres  zugezogen  hatte,  den  neuen
Kanzler  auch  nicht  mittelbar  belasten  dürften.

Der  Kaiser  lehnte  die  Entgegennahme  meines  Entlassungsgesuches
  ab.  Von  den  verschiedensten  Seiten,  auch
von  den  Vertretern  der  mit  uns  verbündeten  Regierungen,
wurden  bei  mir  Schritte  unternommen,  um  mich  zum
Bleiben  zu  bewegen;  es  wurde  mir  geradezu  als  Fahnenflucht
  ausgelegt,  wenn  ich  mich  jetzt  zurückziehen  wollte.
Auch  Herr  Michaelis  insistierte  von  neuem  darauf,  daß
ich  ihm  meine  Mitarbeit  nicht  vorenthalten  dürfe.

Dem  Kaiser  wie  dem  Kanzler  kam  es  in  erster  Linie
darauf  an,  daß  ich  für  die  Vorbereitungen  der  Friedensverhandlungen
  und  später  für  die  Mitwirkung  bei  den
Verhandlungen  selbst  verfügbar  bliebe.  Als  ich  auf  meinem
Entschluß,  unter  keinen  Umständen  das  Reichsamt  des
Innern  oder  einen  Teil  davon  zu  behalten,  gegenüber
allen  Einwirkungen  bestehen  blieb,  und  als  sich  für  die
Besetzung  des  durch  Zimmermanns  Rücktritt  frei  werdenden
  Auswärtigen  Amtes  Schwierigkeiten  ergaben,  ließ
mich  der  Kaiser  fragen,  ob  ich  bereit  sei,  das  Auswärtige
Amt  zu  übernehmen.  Ich  bat  mir  Bedenkzeit  aus,
kam  aber  zu  dem  Schluß,  daß  mir  die  Annahme  der

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