Das  Staatssekretariat  des  Auswärtigen

Friedensresolution  durch  den  neuen  Kanzler  die  Übernahme
des  Auswärtigen  Amtes  so  gut  wie  unmöglich  mache;  daß
überdies  der  Staatssekretär  des  Auswärtigen  seiner  schweren
  Aufgabe  nur  gerecht  werden  könne,  wenn  er  in  Parlament
  und  Presse  über  einen  stärkeren  und  einheitlicheren
Rückhalt  verfüge,  als  ich  ihn  erwarten  durfte.  Der  Kanzler
meinte  zwar  zu  diesen  letzteren  Bedenken  in  scherzhaftem
Tone,  vielleicht  könne  ich  einiges  verbessern,  wenn  ich
den  Abgeordneten  Erzberger  darüber  vergewissere,  daß
das  Auswärtige  Amt  auch  unter  meiner  Leitung  in  derselben
  Weise  wie  bisher  von  seinen  Diensten  Gebrauch
machen  werde;  ich  antwortete,  und  zwar  nicht  im  Scherz,
meine  erste  Handlung  als  Staatssekretär  des  Auswärtigen
würde  die  Beseitigung  des  Herrn  Erzberger  aus  allen
auswärtigen  Geschäften  sein.

Dies  war  am  Montag,  den  16.  Juli.

Wie  recht  ich  hatte,  zeigte  schon  der  folgende  Tag.
Es  war  bereits  etwas  über  die  Absicht,  mir  das  Auswärtige
Amt  zu  übertragen,  durchgesickert.  In  der  interfraktionellen
  Kommission,  die  in  Permanenz  tagte,  entstand
große  Erregung,  als  Herr  Erzberger  bestätigte,  daß  diese
Absicht  bestehe.  Noch  am  gleichen  Tage  begann  gegen
mich  in  der  Presse  ein  wahres  Trommelfeuer.

Mein  Entschluß,  auf  das  Auswärtige  Amt  zu  verzichten,
  war  ohnedies  gefaßt.  Die  Kandidatur  des  Botschafters
  in  Konstantinopel,  Herrn  von  Kühlmann,  trat  in
den  Vordergrund.  Ich  bat,  mich  an  seiner  Stelle  als

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