Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

Botschafter  nach  der  mir  wohlbekannten  und  vertrauten
Türkei  zu  schicken.  Aber  Kaiser  und  Kanzler  wünschten
mich  in  Berlin  zu  halten.  Die  schließlich  gefundene
Lösung  war,  daß  ich  meinem  Wunsche  entsprechend  von
der  Leitung  des  Reichsamts  des  Innern,  sobald  dessen  ins
Auge  gefaßte  Teilung  durchgeführt  sei,  befreit  werden,
jedoch  allgemeiner  Stellvertreter  des  Reichskanzlers  und
Mitglied  des  preußischen  Staatsministeriums  bleiben
sollte;  als  besondere  Aufgabe  war  mir  dabei  die  einheitliche
  Leitung  der  Vorbereitungen  für  die  Friedensverhandlungen
  zugedacht.

Mit  dieser  Lösung  habe  ich  mich  abgefunden;  Freude
habe  ich  nicht  an  ihr  erlebt.

Während  meine  eigene  Angelegenheit  noch  schwebte,
wurde  die  Neubesetzung  der  freigewordenen  und  freiwerdenden
  Reichsämter  und  preußischen  Ministerien
verhandelt.  Dabei  erhielt  der  Zentrumsführer  Dr.  Spahn
das  preußische  Justizministerium,  der  nationalliberale
Landtagsabgeordnete  Dr.  v.  Krause  das  Reichsjustizamt;
der  nationalliberale  Reichstagsabgeordnete  Dr.  Schiffer
wurde  Unterstaatssekretär  im  Reichsschatzamt;  der  der
Fortschrittlichen  Volkspartei  nahestehende  und  ihr  genehme
  Straßburger  Bürgermeister  Dr.  Schwander  wurde  als
Staatssekretär  des  aus  dem  Reichsamt  des  Innern  auszuscheidenden
  Reichswirtschaftsamts  ins  Auge  gefaßt,  ebenso
  der  dem  Zentrum  nahestehende  Kölner  Oberbürgermeister
  Wallraf  als  Staatssekretär  für  das  verbleibende

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