Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis


  

territorialen  und  politischen  Fragen  leiten  müssen,  namentlich
  der  armenischen,  der  balkanischen  und  der  polnischen
Frage;  insbesondere  dem  ehemaligen  Königreich  Polen
müßten  seine  edlen  geschichtlichen  Überlieferungen  und
die  von  ihm  während  des  Krieges  erduldeten  Leiden
gerechterweise  das  Mitgefühl  der  Nationen  gewinnen.

Das  Rundschreiben  war  gewiß  nicht  von  Parteinahme
für  den  Bund  der  Mittelmächte  eingegeben.  Denn  die
Wiederherstellung  des  Status  quo  wurde  nur  zugunsten
der  Westmächte  in  der  Forderung  der  unbedingten  und
vollständigen  Rückgabe  des  von  uns  besetzten  belgischen
und  nordfranzösischen  Gebietes  in  vollem  Umfang  erhoben.
Dagegen  wurden  Elsaß-Lothringen  und  das  von  Italien
geforderte  österreichische  Gebiet  als  „strittige  Fragen“
behandelt,  in  denen  ein  versöhnliches  und  versöhnendes
Entgegenkommen  empfohlen  wurde.  Auch  die  polnischen
Wünsche,  die  ohne  Beeinträchtigung  des  österreichischen
und  auch  des  deutschen  Besitzstandes  nicht  zu  erfüllen
waren,  erhielten  eine  vorsichtige,  aber  unverkennbare
Unterstützung.  Im  übrigen  erwähnte  das  päpstliche
Rundschreiben  die  Ostfragen  nicht;  das  konnte  als  eine
stillschweigende  Andeutung  aufgefaßt  werden,  daß
Deutschland  sich  für  Opfer  im  Westen  Kompensationen
im  Osten  suchen  möchte.

Trotz  des  für  Deutschland  und  Österreich  nicht  unbedenklichen
  Inhalts  der  päpstlichen  Vorschläge  bestand  in
den  Berliner  Besprechungen  mit  dem  Grafen  Czernin

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