Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

    

      

Sozialdemokraten  durch  je  zwei,  die  Konservativen,
Nationalliberalen  und  Freisinnigen  durch  je  ein  Mitglied
vertreten  waren.  Zur  dauernden  Einrichtung  ist  die
„Siebenerkommission“  nicht  geworden.  Soviel  ich  weiß,
wurde  sie  nur  ein  einziges  Mal,  eben  zur  Feststellung  der
Antwort  auf  die  Papstnote,  einberufen,  und  zwar  auf
Montag,  10.  September  1917.

Ich  habe  dieser  Sitzung  nicht  beigewohnt,  da  ich  am
5.  September  —  zum  erstenmal,  seit  ich  Anfang  1915
das  Reichsschatzamt  übernommen  hatte  —  in  Urlaub
gegangen  war  und  das  Telegramm  des  Kanzlers,  das
mich  zu  der  Sitzung  zurückrief,  nicht  mehr  rechtzeitig
erhalten  hatte.

Ich  kam  erst  am  Abend  des  10.  September  in  Berlin  an
und  erfuhr,  daß  die  Erörterung  sich  hauptsächlich  um  die
Frage  gedreht  habe,  ob  in  der  Antwort  an  den  Papst  ein
ausdrücklicher  Verzicht  auf  Belgien  ausgesprochen  werden
solle  oder  nicht.  Der  Kanzler  und  der  Staatssekretär  des
Auswärtigen  hatten  erneut  erklärt,  und  zwar  auf  Grund
eines  Vortrages  beim  Kaiser,  daß  keinerlei  Erwerbung
belgischer  Gebietsteile  beabsichtigt  sei;  aus  taktischen
Gründen  empfahlen  sie  jedoch,  von  einer  ausdrücklichen
Erklärung  dieses  Standpunktes  in  der  im  übrigen  allgemein
gehaltenen  Antwort  an  den  Papst  abzusehen,  und  sie  fanden
  hierfür  die  Zustimmung  der  Mehrheit  des  Siebenerausschusses.
  Entscheidendes  Gewicht  legten  dagegen  die
Mehrheitsparteien  darauf,  daß  in  der  Antwort  auf  die

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