Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

des  Kanzlers,  mit  dem  Vorbehalt,  daß  die  belgische  Frage
erneut  geprüft  werden  müsse,  wenn  der  Verzicht  auf
Belgien  nicht  bis  zum  Jahresende  den  Friedensschluß
ermögliche.  Der  Kronprinz,  der  in  der  Sitzung  selbst
nicht  das  Wort  ergriff,  sprach  sich  nach  der  Beratung
mir  gegenüber  dahin  aus,  daß  nach  seiner  Ansicht  jede
Möglichkeit,  zu  einem  anständigen  Frieden  zu  kommen,
ergriffen  werden  müsse,  und  daß  der  Friede  an  keiner  an
sich  noch  so  wichtigen  Einzelforderung  scheitern  dürfe.

Die  angebliche  Friedensbereitschaft  Engländs  entpuppte
sich  bald  als  ein  „Mißverständnis“.  Es  entspann  sich
später  ein  Streit  darüber,  ob  Deutschland  oder  England
die  Initiative  zu  einem  neuen  Friedensschritt  ergriffen
habe.  Die  englische  Regierung  lehnte  es  kategorisch  ab,
irgendeiner  neutralen  Regierung  Andeutungen  über  ihre
Friedensbereitschaft  gemacht  zu  haben*.

Unsere  Antwort  auf  die  Papstnote  wurde  am  21.  September
  veröffentlicht.  Sie  betonte  die  in  26  Jahren
segensreicher  Regierung  bewährte  Friedensliebe  des  Deutschen
  Kaisers  und  den  ‚„werktätigen  Willen  zum  Frieden“
des  deutschen  Volkes;  eine  „unheilvolle  Verkettung  von
Ereignissen“  habe  im  Jahre  1914  einen  hoffnungsvollen
Entwicklungsgang  jäh  unterbrochen  und  Europa  in  einen
blutigen  Kampfplatz  umgewandelt.  Die  Kaiserliche  Regierung
  habe  die  in  der  Kundgebung  des  Papstes  gegebenen

*  Siehe  die  Mitteilungen  von:  Wolffs  Telegraphischem  Bureau  vom  13.  und  19.  Dezember
1917.  —  Im  Nachtrag  komme  ich  eingehender  auf  diese  Angelegenheit  zurück.

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