Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

der  neue  Ministerpräsident,  und  Ribot,  der  das  Auswärtige
in  dem  neuen  Kabinett  erhalten  hatte,  am  18.  und  19.  September
  jede  Äußerung  zur  Papstnote  ab,  da  die  Ententemächte
  seinerzeit  Wilsons  Frage  nach  ihren  Kriegszielen
ausführlich  beantwortet  hätten,  während  die  Antwort
der  Zentralmächte  noch  ausstehe.  Im  übrigen  sprachen
sie  viel  von  der  „Desannexion  von  Elsaß-Lothringen‘““,
der  neuen  Formel,  die  das  französische  Begehren  nach
den  Reichslanden  mit  der  russischen  Formel  von  dem
„Frieden  ohne  Annexionen“  in  Einklang  bringen  sollte.
In  England  äußerte  sich  zu  der  Papstnote  nur  der  frühere
Premierminister  Asquith  in  einer  Rede  vom  26.  September,
die  in  ihrem  positiven  Inhalt  kaum  etwas  anderes  war
als  eine  Umschreibung  der  Ententenote  an  den  Präsidenten
  Wilson  vom  10.  Januar  1917.  In  Rußland  wies  der
neue  Minister  des  Auswärtigen,  Herr  Tereschtschenko,
am  28.  September  in  einer  Erklärung  an  die  Presse
die  deutsche  Antwort  auf  die  Papstnote  als  ungenügend
zurück  und  sprach  Deutschland  den  ehrlichen  Willen
zum  Frieden  ab.

so  führte  der  Schritt  des  Papstes  nur  zur  Bestätigung
der  mit  der  Friedensresolution  des  Reichstags  gemachten
Erfahrung:  Unsere  eifrig  dokumentierte  Bereitwilligkeit,
auf  der  vom  Papst  vorgeschlagenen,  für  uns  nichts  weniger
als  günstigen  Grundlage  in  Friedensverhandlungen  einzutreten,
  hatte  auf  der  Gegenseite  nur  verstärkte  Ablehnung
und  gesteigerten  Kriegswillen  zur  Folge.

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