Wirkungen  der  Antwortnote

Der  Reichskanzler  und  auch  der  Staatssekretär  des
Auswärtigen  hatten  für  die  Gefahren  dieser  Wirkung
noch  ein  gewisses  Gefühl.  Ihre  Äußerungen  in  dem  Ende
September  abermals  zusammengetretenen  Hauptausschuß
des  Reichstags  zeigten  immerhin  insofern  eine  gewisse
Zurückhaltung,  als  sie  sich  auf  Einzelheiten  nicht  festlegten
  und  es  ausdrücklich  ablehnten,  daß  unsere  Antwort
auf  die  Papstnote  etwa  ein  neues  Friedensangebot  bedeuten
solle.  Der  Reichskanzler  erklärte  in  der  Sitzung  vom
28.  September,  daß  die  Reichsleitung  für  mögliche  Friedensverhandlungen,
  auch  hinsichtlich  Belgiens,  in  jeder  Weise
freie  Hand  habe.  Dies  war  ein  Versuch,  die  unerwünschte
Wirkung  abzuschwächen,  die  das  rückhaltlose  Bekenntnis
zur  Friedensresolution  des  Reichstags  bei  unseren  Feinden
auslöste.  Aber  ein  Versuch  mit  untauglichen  Mitteln.
Die  Vorgänge  in  der  Beratung  mit  dem  Siebenerausschuß
vom  10.  September,  ja  sogar  die  wesentlichen  Punkte
aus  der  Beratung  beim  Kaiser  am  11.  September,  waren
sehr  bald  der  deutschen  und  der  internationalen  Öffentlichkeit
  bekannt  geworden.  Jedermann,  der  sich  mit  den
politischen  Dingen  beschäftigte,  wußte,  daß  die  ,‚freie
Hand“,  von  der  Herr  Michaelis  sprach,  im  Falle  ernsthafter
  Verhandlungen  von  dieser  Freiheit  nur  den  Gebrauch
  des  Nachgebens  gemacht  hätte.

Solche  taktischen  Vorbehalte  konnten  unsere  Feinde
um  so  weniger  beeindrucken,  als  am  2.  Oktober,  wenige
Tage  nach  den  Ausführungen  der  Herren  Michaelis  und

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