Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

früheren  Stadium  des  Krieges  erörterte  Aufteilung  der
Reichslande  unter  Preußen,  Bayern  und  vielleicht  einige
anderen  Bundesstaaten  war  damals  abgetan.  Herr  von
Kühlmann  schien  der  Autonomiegewährung  zuzuneigen.
Die  gesamte  Kriegslage  hatte  sich  so  zugespitzt,  daß  in
dieser  Frage  alle  die  nicht  geringen  Bedenken  innerpolitischer
  und  militärischer  Natur  hinter  den  Erfordernissen
der  auswärtigen  Politik  hätten  zurücktreten  müssen,  wenn
solche  Erfordernisse  mit  Entschiedenheit  geltend  gemacht
worden  wären.  Aber  daran  fehlte  es,  und  so  blieb  auch
diese  Frage  in  Schwebe,  nicht  nur  während  der  kurzen
Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis,  sondern  darüber  hinaus
auch  während  der  ganzen  Regierung  des  Grafen  Hertling.

Unterdessen  erneuerten  die  Westmächte  ihre  militärischen
Anstrengungen.  Die  Anfang  Juni  eingeleitete,  aber  nach
verhältnismäßig  geringen  Anfangserfolgen  ins  Stocken
geratene  Schlacht  in  Flandern  lebte  von  neuem  auf  und
erreichte  Mitte  August  einen  Höhepunkt.  Um  die  gleiche
Zeit  setzte  eine  starke  französische  Offensive  bei  Verdun
ein,  in  der  die  Franzosen  örtliche  Erfolge  errangen.  In
Flandern  ließen  die  englischen  Angriffe  vorübergehend  nach.
Die  Offensive  begann  in  der  zweiten  Septemberhälfte
von  neuem  und  dauerte  mit  kurzen  Pausen  bis  in  den
November.  Die  Engländer  gewannen  in  unsagbar  blutigem
Ringen  Schritt  für  Schritt  Boden,  kamen  aber  schließlich
auf  den  Höhen  von  Paschendaele  zum  Stehen.  Um  die
Mitte  des  Oktober  erfolgten  starke  französische  Angriffe

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