Die  Vaterlandspartei

In  der  Erregung  der  Mehrheitsparteien  über  die  Agitation
der  Vaterlandspartei  zeigte  sich  wieder  einmal  der  unpolitische
  Sinn  des  Deutschen.  Einer  jeden  Regierung,  auch
einer  solchen,  die  einen  Verständigungsfrieden,  ja  einen
Verzichtfrieden  zu  machen  entschlossen  ist,  kann  eine
starke  nationale  Bewegung  nur  willkommen  sein.  Sie
steht  bei  allen  Verhandlungen  ungleich  besser  da,  wenn
sie  dem  anderen  Teil  vorhalten  kann,  wie  schwer  es  ihr
werden  wird,  Zugeständnisse  vor  dem  eigenen  Volke
zu  vertreten  und  zu  rechtfertigen,  als  wenn  der  andere
Teil  in  der  Lage  ist,  sie  darauf  hinzuweisen,  daß  ihr  Volk
sich  längst  mit  jedem  Zugeständnis  abgefunden  habe,  ja  um
des  Friedens  willen  die  weitestgehenden  Zugeständnisse
verlange.  Angriffe,  die  aus  einer,  sei  es  auch  überspannten
nationalen  Gesinnung  kommen,  müssen  in  solchen  entscheidungsschweren
  Lagen  hingenommen  und  ertragen
werden,  wenn  sie  die  eigene  Position  gegenüber  dem
Verhandlungsgegner  stärken;  sie  müssen  hingenommen
und  ertragen  werden  nicht  nur  von  den  leitenden  Staatsmännern,
  sondern  auch  von  den  Parteiführern,  die  den
Ehrgeiz  haben,  die  Politik  mitzubestimmen.  Darüber  habe
ich  mich  in  den  kritischen  Tagen  des  Herrn  Michaelis
mehrfach  mit  leitenden  Persönlichkeiten  der  Mehrheitsparteien
  ausgesprochen,  um  ihre  Erregung  gegen  die
Vaterlandspartei  zu  mildern  und  um  ihnen  begreiflich  zu
machen,  daß  der  Kanzler,  ohne  der  deutschen  Sache  zu
schaden,  gar  nicht  in  der  Lage  sei,  in  der  von  ihnen

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