Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

  

gewünschten  Weise  gegen  die  Vaterlandsparteı  Stellung
zu  nehmen.

Für  den  6.  Oktober  1917  waren  auf  die  Tagesordnung
des  Reichstags  zwei  Interpellationen  gesetzt  worden,
die  sich  auf  die  angebliche  „Agitation  durch  Vorgesetzte
im  Heer  zugunsten  alldeutscher  Politik“  und  auf  Verordnungen
  von  Stellvertretenden  Generalkommandos  bezogen,
  „durch  die  das  Vereins-  und  Versammlungsrecht
einseitig  zugunsten  alldeutscher  Propaganda  gehandhabt
wird“,

Es  war  zu  erwarten,  daß  diese  Interpellationen  zu  einer
großen  politischen  Auseinandersetzung  Anlaß  geben  würden,
deren  Ausgang  für  die  Stellung  des  Reichskanzlers  von
entscheidender  Bedeutung  werden  würde.  Ich  riet  deshalb
dem  Reichskanzler  auf  das  dringendste,  die  Beantwortung
der  Interpellationen  selbst  zu  übernehmen.  Herr  Michaelis
zeigte  dafür  keine  Neigung.  Er  beabsichtigte,  in  der
folgenden  Woche  über  die  auswärtige  Politik  zu  sprechen,
und  blieb  dabei,  daß  die  Beantwortung  der  Interpellationen
sich  streng  im  Rahmen  ihres  lediglich  das  Verhalten
militärischer  Stellen  betreffenden  Wortlautes  zu  halten
habe;  deshalb  müsse  die  Beantwortung  in  erster  Linie
durch  den  Kriegsminister  erfolgen;  nötigenfalls  könne
durch  den  als  Staatssekretär  des  Innern  in  Aussicht
genommenen,  zunächst  als  Unterstaatssekretär  im  Reichsamt
  des  Innern  fungierenden  Herru  Wallraf  eine  kurze
ergänzende  Erklärung  abgegeben  werden.  Es  gelang  mir

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