Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

Spitze  der  Heeresverwaltung  und  an  der  Spitze  der  Reichsleitung
  stehen,  nicht  das  Vertrauen  haben,  daß  sie  ihre
Worte  wahrmachen‘‘  —  abermals  ertönten  heftige  ‚Nein  !“-Rufe
  —  ‚‚dann  hat  es  keinen  Zweck,  daß  ich  vor  Ihnen
Worte  mache.“

Ich  hatte  gegen  meine  Gewohnheit  nicht  von  meinem
Platz  am  Bundesratstische,  sondern  von  der  Tribüne  aus
gesprochen,  wohin  ich  mich  während  der  Rede  des  Kriegsministers
  begeben  hatte,  um  in  der  herrschenden  Unruhe
besser  verstehen  zu  können.  Nachdem  ich  unter  lebhaftem
Beifall  von  rechts  und  lärmenden  Zurufen  von  links
geschlossen  hatte,  ging  ich  an  meinen  Platz  zurück.  Es
wurde  mir  später  nachgesagt,  mein  Abgang  von  der
Tribüne  sei  mit  einer  Geste  erfolgt,  die  an  Götz  von  Berlichingen
  erinnert  habe.  Einer  solchen  Geste  bin  ich  mir
nicht  bewußt;  aber  allerdings  verließ  ich  die  Tribüne
stark  degoutiert.  Die  Beschimpfungen  des  Kriegsministers,
der  als  Heerführer  in  der  Somme-Schlacht  unter  den
schwierigsten  Verhältnissen  seinen  Mann  gestanden  hatte
und  der  als  gerader  und  aufrechter  Charakter  auch  gegenüber
  dem  schärfsten  politischen  Gegner  Anspruch  auf
persönliche  Achtung  hatte;  die  Unmöglichkeit  einer  sachlichen
  und  ruhigen  Behandlung  innerer  Fragen  im  Angesicht
der  äußeren  Feinde  und  in  einem  Zeitpunkt,  in  dem  draußen
an  der  Flandernfront  neue  Kämpfe  schwerster  Art  entbrannt
  waren;  das  wüste  Schreien  und  Toben  bei  meinen
in  der  Sache  entgegenkommenden,  in  der  Form  ruhigen

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