Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

Vervollständigung  der  Untersuchung  stieß  insofern  auf
große  Schwierigkeiten,  als  die  Todesurteile  an  den  Haupträdelsführern,
  die  mit  den  drei  Abgeordneten  in  Verbindung
  getreten  waren,  bereits  vollstreckt  waren.  Bis  zu  der
Tagung  des  Reichstags  im  Oktober  war  neues  belastendes
Material  jedenfalls  nicht  zutage  gefördert  worden.

Für  die  Sitzung  des  Reichstags  vom  9.  Oktober  war
als  erster  Redner  in  der  Fortsetzung  der  Interpellationsdebatte
  der  Abgeordnete  Dittmann  vorgemerkt.  Es  war
zu  erwarten,  daß  er  in  der  von  ihm  gewohnten  scharfen
Weise  gegen  das  Hineintragen  der  alldeutschen  Agitation
in  das  Heer  vorgehen  werde,  ohne  sich  dadurch  beirren
zu  lassen,  daß  er  selbst  und  seine  Parteigenossen  eine
zum  mindesten  auf  die  Erschütterung  der  Disziplin  und
die  Lähmung  der  Kampfeskraft  gerichtete  Agitation  in
die  Marine  hineingetragen  hatten.  Um  hier  vorzubeugen
und  zu  warnen,  hatte  ich  in  meinen  Ausführungen  vom
6.  Oktober  ausdrücklich  betont,  daß  die  Politik  von
keiner  Seite  in  die  Armee  hineingetragen  werden  dürfe,
weder  von  rechts  noch  von  links.  Der  Reichskanzler,  der
beabsichtigte,  bei  der  Fortsetzung  der  Debatte  seine  in
dem  Hauptausschuß  abgegebenen  und  dort  als  befriedigend
anerkannten  Erklärungen  zu  wiederholen,  wollte  nicht
als  erster  das  Wort  ergreifen,  sondern  erst  nach  dem
Abgeordneten  Dittmann  sprechen  und  diesem  gegenüber
den  Standpunkt  mit  Nachdruck  vertreten,  daß  der
Abgeordnete  Dittmann  und  seine  Parteigenossen  am

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