Die  Kanzlerkrisis

Herren  ließen  Herrn  von  Valentini  ein  Schriftstück  zurück,
  das  folgendermaßen  lautete:

„Nach  Rücksprache  von  Vertretern  verschiedener
Parteien  des  Reichstags  mit  dem  Herrn  Reichskanzler
über  die  gesamte  äußere  und  innere  Lage  sind  wir
gemeinschaftlich  zu  folgender  Auffassung  gelangt:

Sollte  Seine  Majestät  der  Kaiser  zu  dem  Entschlusse
kommen,  einen  Kanzlerwechsel  eintreten  zu  lassen,  so
dient  es  dem  höchsten  Staatsinteresse,  für  ruhige  innerpolitische
  Entwicklung  bis  Kriegsende  volle  Gewähr  zu
schaffen.  Nur  hierdurch  kann  diejenige  Geschlossenheit
hergestellt  werden,  deren  das  Volk  in  Waffen  und  in
der  Heimat  dringend  bedarf.

Der  Weg  zu  diesem  Ziel  ist  eine  vertrauensvolle
Verständigung  über  die  äußere  und  innere  Politik  des
Reiches  bis  zum  Kriegsende.  Die  innerpolitischen
Schwierigkeiten  der  letzten  Monate  sind  auf  den  Mangel
einer  solchen  Verständigung  zurückzuführen.

Seine  Majestät  den  Kaiser  bitten  wir  daher,  vor  der
von  ihm  zu  treffenden  Entschließung  die  zur  Leitung
der  Reichsgeschäfte  in  Aussicht  genommene  Persönlichkeit
  zu  beauftragen,  sich  mit  dem  Reichstag  zu
besprechen.“

In  diesem  Schriftstück  wie  in  den  mündlichen  Unterhaltungen
  der  Parteiführer  mit  Herrn  von  Valentini  wurde
der  Versuch  gemacht,  die  Personenfrage,  die  in  dem  Sinn
der  Verabschiedung  des  Herrn  Michaelis  ohne  weiteres

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