Graf  Hertlings  Kandidatur

zu  verständigen,  während  er  Herrn  von  Valentini  den
Auftrag  gab,  durch  den  Grafen  Lerchenfeld  den  Grafen
Hertling  alsbald  nach  Berlin  bitten  zu  lassen.

Graf  Hertling  kam  am  Sonntag,  28.  Oktober,  in  Berlin
an  und  hatte  zunächst  eine  eingehende  Aussprache  mit
Herrn  Michaelis.  Für  den  Nachmittag  war  er  zum  Kaiser
befohlen.  Ich  sprach  ihn  vor  der  Audienz  beim  Grafen
Lerchenfeld.  Er  war  geneigt,  den  Kanzlerposten  anzunehmen.
  Wegen  der  Fühlungnahme  mit  den  Parteien  riet
ich  ihm,  sich  beim  Kaiser  Bedenkzeit  für  seine  endgültige
Entschließung  auszubitten  und  dann  den  Parteiführern
zu  sagen:  Der  Kaiser  beabsichtigt,  mich  zum  Reichskanzler
zu  ernennen;  ich  bin  geneigt,  anzunehmen,  lege  aber  Wert
darauf,  mich  vor  meiner  endgültigen  Antwort  an  den
Kaiser  mit  Ihnen  über  die  Linien  der  zu  verfolgenden
Politik  auszusprechen.

Um  dem  Grafen  Hertling  keinen  Zweifel  daran  zu  lassen,
daß  ich  nicht  wünschte,  ihm  mit  meiner  Person  irgendwie
ein  Hindernis  zu  sein,  schrieb  ich  ihm  den  nachstehenden
Brief,  den  er  bei  der  Rückkehr  von  der  Audienz  beim
Kaiser  vorfand:

Berlin,  den  28.  Oktober  1917.

Euer  Exzellenz  bitte  ich,  in  dem  Augenblick,  in
dem  Sie  im  Begriffe  sind,  sich  über  die  Annahme  des
Reichskanzleramtes  zu  entscheiden,  nachstehendes
vortragen  zu  dürfen.

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