Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

Angesichts  der  schweren  Euer  Exzellenz  bevorstehenden
  Aufgabe  halte  ich  es  für  meine  Pflicht,  soweit
es  an  mir  liegt,  jedes  Hindernis,  das  einer  gedeihlichen
Wirksamkeit  Eurer  Exzellenz  im  Wege  stehen  könnte,
beseitigen  zu  helfen.  Meine  Person  in  der  Stellung  als
Stellvertreter  des  Reichskanzlers  kann  ein  solches
Hindernis  sein.  In  den  fast  drei  Jahren  meiner  Tätigkeit
im  Reichsdienst  und  namentlich  in  den  siebzehn  Monaten
meiner  Tätigkeit  als  Staatssekretär  des  Innern  und
allgerneiner  Stellvertreter  des  Reichskanzlers  habe  ich
mir  in  Parlament  und  Presse  Gegnerschaften  zugezogen,
die  bei  meinem  Verbleiben  im  Amte  für  Euer  Exzellenz
eine  ebenso  unerwünschte  wie  vermeidbare  Belastung
bilden  können.  Euer  Exzellenz  brauchen  außerdem  in
der  Auswahl  Ihrer  Mitarbeiter  und  namentlich  Ihres
ersten  Mitarbeiters  volle  Bewegungsfreiheit.  Ich  stelle
deshalb  mein  Amt  Euer  Exzellenz  zur  Verfügung  und
erkläre  mich  bereit,  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  mein
Entlassungsgesuch  einzureichen,  sobald  Euer  Exzellenz
sich  überzeugt  haben  sollten,  daß  mein  Ausscheiden
im  Interesse  der  Sache  liegt  und  Euer  Exzellenz  die
Bewältigung  der  neuen  großen  Aufgabe  erleichtert.

In  der  ausgezeichnetsten  Hochachtung  habe  ich  die
Ehre  zu  sein

Euer  Exzellenz  ergebenster

Helfferich.

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