Die  Kanzlerschaft  des  Herrn  Michaelis

ohne  Portefeuille  Mitglied  des  Preußischen  Staatsministerıums
  zu  bleiben.  Ich  glaubte  auch  dieses  Angebot
ablehnen  zu  müssen,  da  eine  Persönlichkeit,  die  weder  ein
preußisches  Ressort  noch  ein  Reichsamt  vertritt,  nach
meiner  Ansicht  in  dem  Preußischen  Staatsministerium
nichts  zu  suchen  und  zu  sagen  habe.  Außerdem  aber  gehe
die  jetzt  vom  Reichskanzler  und  Ministerpräsidenten  ins
Auge  gefaßte  Beendigung  der  über  fast  zwei  Wochen
hingeschleppten  Verhandlungen  so  sehr  gegen  meine
konstitutionelle  Staatsauffassung,  daß  ich  es  ablehnen
müsse,  durch  mein  Verbleiben  im  Preußischen  Staatsministerium
  eine  Mitverantwortung  für  den  Weg  zu
übernehmen,  den  die  Krone  geführt  worden  sei.

Graf  Hertling  war  etwas  betroffen.  Er  bekannte,  die
Erledigung  der  Sache  gehe  auch  gegen  seine  Staatsauffassung.
  Aber  er  sehe  keinen  anderen  Weg  als  diesen,
oder  seinen  Rücktritt  mit  der  Konsequenz  der  Militärdiktatur.
  Deshalb  glaube  er,  zu  einem  ‚,sacrificio  dell’
intelletto”  gezwungen  zu  sein.  Er  kam  dann  auf  meine
Person  zurück  und  stellte  die  Form,  in  der  ich  bleiben
wolle,  ganz  in  meine  freie  Wahl.  Ich  bat  erneut,  mich
rein  und  glatt  gehen  zu  lassen.  Er  fragte,  ob  ich  bereit
sei,  den  Botschafterposten  in  Konstantinopel  oder  in  Wien
anzunehmen.  Ich  lehnte  auch  dieses  ab  mit  dem  Hinweis
darauf,  daß  beide  Posten  besetzt  seien  und  ich  niemand
verdrängen  wolle.  Ich  könne  nur  wiederholen,  daß,  wie
die  Dinge  sich  entwickelt  hätten,  mein  einziger  Wunsch

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