Stellung  der  Sozialdemokraten

bekämpfen  müssen.  „Wir  wollen  diesen  Kampf  gewiß
nicht  unnötigerweise  suchen,  und  wenn  die  Politik  der
Regierung  sich  so  gestaltet,  daß  wir  ihn  vermeiden  können,
dann  wird  das  für  unser  Land  zweifellos  das  Beste  sein.“

Die  Sozialdemokratie,  die  den  stärksten  Druck  auf  die
Umbildung  der  Regierung  und  den  Übergang  zum  parlamentarischen
  System  ausgeübt  hatte,  behielt  sich
also  ihre  Stellung  zu  der  neuen,  nach  ihren  Wünschen
gebildeten  parlamentarischen  Regierung  vor.  Bei  den
Forderungen  hatte  sie  sich  den  Mehrheitsparteien,  die
ohne  sie  überhaupt  keine  Mehrheit  darstellten,  zugezählt;
bei  der  Übernahme  von  Verpflichtungen  stellte  sie  sich
außerhalb  der  Mehrheitsparteien.  Das  war  der  hippokratische
  Zug,  der  dem  neuen  parlamentarischen  Regime
von  Anfang  an  aufs  Gesicht  geschrieben  war.

Militärisch  erhielt  die  Lage  zur  Zeit  der  zweiten  Kanzlerkrisis
  und  der  ersten  Wochen  der  Hertlingschen  Kanzlerschaft
  ıhr  Gepräge  durch  die  von  uns  und  unserem
österreichisch-ungarischen  Bundesgenossen  vereint  durchgeführte
  glänzende  Offensive  an  der  italienischen  Front.
Am  24.  Oktober  hatte  der  Angriff  an  der  Isonzofront
begonnen.  In  wenigen  Tagen  waren  den  Italienern  wieder
alle  Vorteile  entrissen,  die  sie  in  zweiundeinhalb  Kriegsjahren
  und  in  den  elf  blutigen  Isonzoschlachten  errungen
hatten.  Es  folgte  der  Einbruch  unserer  Truppen  in  die
italienische  Ebene.  Am  30.  Oktober  fiel  Udine,  am

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