Der  Ost-Friede


  

im  Juli  1914  die  Brandfackel  in  das  Haus  der  Völker  geschleudert
  hatte,  die  Waffen  niederlegen  werde.  Alle
Nachrichten  von  der  russischen  Front  und  aus  dem
Inneren  Rußlands  stimmten  dahin  überein,  daß  des
russischen  Volkes  Kraft  und  Wille  zum  Krieg  endgültig
gebrochen  sei,  und  daß  nur  eine  Regierung  sich  werde
halten  und  durchsetzen  können,  die  dem  russischen  Volke
den  Frieden  bringe.

Endlich  wurde  die  Aussicht  auf  die  Sprengung  des
feindlichen  Ringes,  die  Aussicht  auf  die  Befreiung  von
dem  ungeheuren  russischen  Druck  und  auf  die  Beendigung
des  „Zweifrontenkrieges“  in  greifbare  Nähe  gerückt.  Und
mehr  als  das!  Nach  dem  furchtbaren  Schlage,  den  unsere
und  unseres  österreichisch-ungarischen  Verbündeten  Herbstoffensive
  dem  italienischen  Heere  in  Venetien  versetzt
hatte,  war  für  uns  auch  an  der  Südfront  die  seit  zweieinhalb
Jahren  drohende  Gefahr  abgewendet  und  freiere  Hand
gewonnen.  Zum  erstenmal  seıt  Kriegsausbruch  zeigte
sich  für  uns  die  Möglichkeit,  unsere  Kraft  im  wesentlichen
auf  dem  für  das  Schicksal  des  Krieges  entscheidenden
westlichen  Kriegsschauplatz  zu  konzentrieren,  wo  uns
fast  die  gesamte  Macht  der  Franzosen  und  Briten  mit
ihren  Hilfsvölkern  gegenüberstand  und  wo  wir  das  Eingreifen
  der  Amerikaner  zu  erwarten  hatten.  Dazu  versprach
  der  Friede  im  Osten  endgültig  die  Hungerblockade
zu  brechen,  die  immer  schwerer  auf  unserem  Volke
lastete  und  unsere  Kraft  zum  Kämpfen  und  Durchhalten

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