Waffenruhe  mit  Rußland  und  Rumänien



Verbündeten  Rußlands  überhaupt  nicht  vertreten  waren,
konnte  eine  solche  Diskussion  kein  praktisches  Ergebnis
haben.  Die  Delegationen  des  Vierbundes,  deren  Vollmachten
  nur  auf  den  Abschluß  eines  Waffenstillstandes
mit  Rußland  lauteten,  bestanden  deshalb  auf  dieser
Beschränkung  des  Verhandlungsgebietes,  die  allein  Erfolg
versprach.  Die  russische  Delegation  fügte  sich  widerstrebend.
  Schon  jene  erste  Besprechung  ließ  den  Verdacht
  aufkommen,  daß  es  den  Russen  mindestens  ebenso
sehr  auf  eine  Propaganda  für  ihre  revolutionäre  Weltanschauung
  wie  auf  die  Erzielung  eines  unmittelbar  praktischen
  Ergebnisses  im  Sinne  des  Friedens  ankam.  Sie
behielten  sich  das  Recht  vor,  die  Verhandlungsprotokolle
unverkürzt  zu  veröffentlichen.  Von  diesem  Recht  haben
sie  den  ausgiebigsten  Gebrauch  gemacht  und  ihre  Ausführungen
  bei  den  Verhandlungen  von  vornherein  weniger
auf  den  unmittelbaren  Verhandlungszweck  als  auf  die
propagandistische  Wirkung  zugeschnitten.

In  der  Frage  des  Waffenstillstands  selbst  stellten  die
Russen  zunächst  übertriebene  Bedingungen.  Vor  allem
verlangten  sie  die  Erstreckung  des  Waffenstillstands  auf
sechs  Monate,  womit  ihnen  jedes  Interesse  an  dem  baldigen
Abschluß  eines  endgültigen  Friedens  genommen  gewesen
wäre.  Außerdem  forderten  sie  die  Räumung  der  Inseln
des  Rigaischen  Meerbusens  durch  unsere  Truppen.  Als
sie  mit  diesen  Forderungen  bei  unseren  Verhändlern  auf
unüberwindlichen  Widerstand  stießen,  begnügten  sie

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