Waffenstillstandsvertrag  unterzeichnet

Friedensverhandlungen  zu  sichern.  Eine  nicht  minder
hohe  Pflicht  des  Proletariats  Deutschlands,  Österreich-Ungarns,
  Bulgariens  und  der  Türkei  sei  die  Schaffung
solcher  Bedingungen,  welche  die  tatsächliche  Anerkennung
der  Grundlagen  des  demokratischen  Friedens  durch  die
Vertreter  dieser  Länder  sicherten.  Jetzt  habe  die  Stunde
geschlagen,  in  der  die  Völker  selbst  den  Vertrag  unterzeichnen
  sollten,  der  auf  allgemeiner  Zusammenarbeit  und
gegenseitiger  Achtung  begründet  sei.  Für  die  sozialistischen
Parteien  sei  die  Stunde  gekommen,  den  vor  siebzig  Jahren
verkündeten  großen  Ruf  zu  verwirklichen:  Proletarier
aller  Länder,  vereinigt  euch!

Am  13.  Dezember  wurden  in  Brest-Litowsk  die  Waffenstillstandsverhandlungen
  wieder  aufgenommen.  Die  Russen
kamen  auf  die  Räumung  der  Rigaischen  Inseln  nicht
mehr  zurück.  Hinsichtlich  der  Friedensfrage  teilten  sie
lediglich  mit,  daß  ihre  Regierung  wünsche,  sofort  nach
Unterzeichnung  des  Waffenstillstandes  in  Friedensverhandlungen
  einzutreten,  was  sich  mit  unseren  eigenen
Wünschen  durchaus  deckte.  In  der  Frage  der  Truppenverschiebungen
  während  des  Waffenstillstands,  die  bei
den  ersten  Verhandlungen  einige  Schwierigkeiten  gemacht
  hatte,  wurde  die  Formel  vereinbart,  daß  keine
operativen  Truppenverschiebungen  stattfinden  sollten,
es  sei  denn,  daß  diese  Verschiebungen  im  Augenblick
der  Unterzeichnung  des  Waffenstillstands  bereits  eingeleitet
  seien.

                                                                                                            251