Trotzki—  von  Kühlmann

sich  von  dem  bolschewistischen  Rußland  zu  trennen
wünschten,  so  in  Finnland  und  der  Ukraine,  mit  Feuer
und  Schwert,  mit  jedem  Schrecken  und  jeder  Gewalttat
die  Selbstbestimmung  zu  unterdrücken  und  gegen  den
Willen  der  Mehrheit  der  Bevölkerung  die  bolschewistische
Herrschaft  aufrechtzuerhalten  oder  herzustellen.  Am
entsetzlichsten  wüteten  die  Roten  Garden  und  bolschewistischen
  Banden  in  den  jenseits  der  deutschen  Stellungen
liegenden  Teilen  Livlands  und  Estlands.  Ununterbrochen
kamen  von  dort  die  herzergreifenden  Hilferufe  der  auf
das  schwerste  bedrückten  und  mißhandelten  Einwohnerschaft,
  insbesondere  des  deutschstämmigen  Teiles  der
Bevölkerung,  auf  dessen  völlige  Vernichtung  und  Ausrottung
  die  bolschewistischen  Machthaber  Rußlands  auszugehen
  schienen.  Und  inmitten  der  bedrohten  und  vergewaltigten
  Nationalitäten  wagte  es  einer  der  Urheber
aller  dieser  Schrecken,  das  Selbstbestimmungsrecht  der
Völkerschaften  der  von  uns  besetzten  Gebiete  Tag  für
Tag  in  stundenlangen  Agitationsreden  für  seine  weltrevolutionäre
  Propaganda  auszuschlachten!

Während  Herr  von  Kühlmann  mit  Zähigkeit  und  einer
geradezu  phlegmatischen  Ausdauer  Herrn  Trotzki  an  der
Klinge  blieb,  riß  dem  General  Hoffmann  die  Geduld.  In
der  Sitzung  vom  12.  Januar  ergriff  er,  nachdem  die  russische
Delegation  in  reichlich  anmaßendem  Ton  abermals  ihre
Forderungen  formuliert  hatte,  das  Wort  und  führte  aus:
Die  russische  Delegation  spreche,  als  ob  sie  siegreich  in

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