Der  Ost-Friede

anzuerkennen,  der in  der  Lage  sei,  selbständig  internationale
Abmachungen  zu  treffen.

Am  9.  Februar  morgens  zwei  Uhr  wurde  der  Friedensvertrag
  zwischen  den  Regierungen  des  Vierbundes  und
der  ukrainischen  Volksrepublik  unterzeichnet.  Es  war
der  erste  Friedensschluß  im  Weltkrieg.  Er  betraf  den
wirtschaftlich  wichtigsten  Teil  des  Russischen  Reiches;
denn  die  Ukraine  hatte  in  Friedenszeiten  von  der  Getreideausfuhr
  Rußlands  40  vom  Hundert,  von  seiner  Zuckerausfuhr
  sogar  80  vom  Hundert  aufgebracht,  und  von  der
russischen  Kohlenförderung  und  Eisengewinnung  entfielen
  etwa  zwei  Drittel  auf  die  ukrainischen  Gruben

und  Werke.

Die  letzte  Phase
der  Brester  Friedensverhandlungen

An  dem  gleichen  Tag,  in  dessen  ersten  Morgenstunden
der  ukrainische  Friedensvertrag  unterzeichnet  worden  war,
erklärte  Herr  Trotzki:  Vom  russischen  Standpunkt  sei
die  Anwendung,  die  von  der  Gegenseite  dem  Grundsatz
der  Selbstbestimmung  der  Völker  gegeben  werde,  gleichbedeutend
  mit  der  Ablehnung  dieses  Grundsatzes.  Außerdem
  sei  eine  neue  Schwierigkeit  entstanden  durch  die
Stellungnahme  des  Vierbundes  gegenüber  der  Ukraine.
Er  protestierte  gegen  den  Abschluß  des  ukrainischen

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