Rußland  erklärt  den  Kriegszustand  für  beendet

Friedensvertrages  und  bemerkte,  die  Handlungsweise  des
Vierbundes  müsse  Zweifel  hervorrufen,  ob  die  Mittelmächte
  zu  einer  Verständigung  mit  der  Regierung  des
föderativen  Rußland  gelangen  wollten.

Noch  einmal  versuchte  Graf  Czernin  durch  einen
Kompromißvorschlag  die  Fortsetzung  der  Verhandlungen
zu  retten.  Aber  auch  die  neue  Formulierung,  die  Herr
von  Kühlmann  im  Einverständnis  mit  dem  Grafen  Czernin
den  russischen  Delegierten  vorschlug,  fand  nur  Ablehnung.

Schließlich  führte  Herr  Trotzki  in  der  Sitzung  vom
10.  Februar  aus,  daß  ıfach  Ansicht  seiner  Delegation  jetzt
die  Entscheidungsstunde  gekommen  sei.  Rußland  wolle
keinen  Teil  mehr  am  Krieg  haben;  deshalb  führe  Rußland
sein  Heer  und  Volk  aus  dem  Kriege  heraus.  Unter  Verzicht
  auf  die  Unterzeichnung  eines  Friedensvertrages
erkläre  Rußland  den  Kriegszustand  mit  Deutschland,
Österreich-Ungarn,  der  Türkei  und  Bulgarien  für  beendigt
und  erteile  gleichzeitig  den  Befehl  zur  völligen  Demobilisation
  der  russischen  Streitkräfte  an  allen  Fronten.  Für
die  aus  dieser  Lage  sich  ergebenden  weiteren  Besprechungen
zwischen  den  Mächten  des  Vierbundes  und  Rußland  über
die  Gestaltung  der  wechselseitigen  diplomatischen,  konsularischen,
  rechtlichen  und  wirtschaftlichen  Beziehungen
verwies  Herr  Trotzki  auf  den  Weg  unmittelbaren  Verkehrs
  zwischen  den  beteiligten  Regierungen  und  auf  die
bereits  in  Petersburg  befindlichen  Kommissionen  des
Vierbundes.  -

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