Der  Ost-Friede

Die  Entscheidung  wurde  in  einer  Beratung  herbeigeführt,
  die  am  13.  Februar  unter  Vorsitz  des  Kaisers  im
Großen  Hauptquartier  zu  Homburg  stattfand.  Sie  fiel  zugunsten
  der  Auffassung  und  des  Programms  der  Obersten
Heeresleitung,  nachdem  auch  der  Reichskanzler  Graf
Hertling  sich  schließlich  auf  deren  Standpunkt  gestellt
hatte.  Herr  von  Kühlmann,  der  ursprünglich  die  Kabinettsfrage
  gestellt  hatte,  entschloß  sich  auf  Drängen  des  Reichskanzlers
  zum  Bleiben.

Am  16.  Februar  veröffentlichte  das  Wolffsche  Bureau
eine  offiziöse  Note,  die  besagte:  Durch  die  einseitige
Erklärung  Trotzkis  sei  selbstverständlich  der  Kriegszustand
  nicht  beseitigt;  vielmehr  habe  die  Weigerung
Trotzkis,  einen  Friedensvertrag  zu  unterzeichnen,  die
Herstellung  des  Friedens  unmöglich  gemacht.  Gerade
zur  Herbeiführung  des  Friedens  aber  sei  der  Waffenstillstandsvertrag,
  wie  seine  Einleitung  ausdrücklich  hervorhebe,
  abgeschlossen  worden.  Der  Verzicht  auf  den
Frieden  sei  deshalb  der  Kündigung  des  Waffenstillstandes
gleichzuachten;  die  Kündigung  sei  als  am  Io.  Februar
erfolgt  anzusehen.  Die  deutsche  Regierung  müsse  sıch
deshalb  nach  Ablauf  der  vertraglich  vorgesehenen
siebentägigen  Frist  freie  Hand  nach  jeder  Richtung
vorbehalten.

Am  gleichen  Tag  überreichte  die  ukrainische  Delegation
in  Brest-Litowsk  der  deutschen  Regierung  eine  Botschaft
an  das  deutsche  Volk,  in  der  sie  die  Hilfe  des  deutschen

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