Der  Ost-Friede

Republik  zu  danken;  es  sei  selbstverständlich,  daß  diese
Aktion  auf  dem  Einvernehmen  der  beiden  Mittelmächte
beruhe;  wenn  bisher  nur  das  Vorgehen  deutscher  Kräfte
gemeldet  werde,  so  ergebe  sich  das  aus  der  Tatsache,  daB
das  Schwergewicht  der  österreichisch-ungarischen  Streitkräfte
  an  dem  südlichen  Teil  der  Ostfront  liege.  —  Diese
Begründung  war  natürlich  nur  ein  durchsichtiger  Vorwand;
denn  für  die  österreichisch-ungarischen  Truppen  hatte
durchaus  die  Möglichkeit  bestanden,  sich  an  dem  Einmarsch
  in  die  Ukraine  zu  beteiligen.

Die  deutsche  Regierung  beantwortete  den  russischen
Funkspruch  mit  einem  achtundvierzigstündigen  Ultimatum,
  das  die  in  Brest-Litowsk  gestellten  Bedingungen
ergänzte  und  in  einigen  wesentlichen  Punkten  verschärfte.
Insbesondere  wurde  neu  verlangt,  daß  die  aus  der  russischen
Territorialhoheit  ausscheidenden  Gebiete  in  der  Gegend
von  Dünaburg  bis  zur  Ostgrenze  Kurlands  erweitert
würden  ;  ferner  daß  Livland  und  Estland  von  den  russischen
Truppen  geräumt  und  von  deutscher  Polizeimacht  besetzt
werden  sollten,  bis  Landeseinrichtungen  die  Sicherheit
gewährleisteten  und  die  staatliche  Ordnung  hergestellt  sei.
Außerdem  hatte  sich  Rußland  zu  verpflichten,  sofort
Frieden  mit  der  ukrainischen  Volksrepublik  zu  schließen
und  sofort  seine  Truppen  sowohl  aus  der  Ukraine  wie  aus
Finnland  zurückzuziehen.

Dieses  Ultimatum  wurde  am  24.  Februar  von  dem
Vollzugsrat  der  großrussischen  Sowjets  mit  126  gegen

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