Bolschewistische  Propaganda

von  Brest  alles  Mögliche  getan,  um  diese  Ausbrüche  zu
beschleunigen.“  

Die  Bolschewisten  sind  in  ihrer  Hoffnung  durch  gewisse
Vorgänge  in  Deutschland  und  Österreich-Ungarn  zweifellos
bestärkt  worden.  Die  ‚Sozialistische  Korrespondenz“
berichtete  Anfang  Januar  I918,  es  sei  ihr  aus  Stockholm
aus  einer  vollkommen  unanfechtbaren  Quelle  die  Mitteilung
zugegangen,  daß  die  Bolschewiki  in  den  Tagen  vor  Weihnachten
  von  Führern  der  deutschen  Unabhängigen  Sozialdemokratie
  die  dringende  Mahnung  erhalten  hätten,  die
Friedensverhandlungen  zu  verschleppen,  da  die  Entwicklung
  in  Deutschland  sich  in  ihrem,  d.  h.  im  revolutionären
Sinn  vollziehe;  der  Abschluß  eines  Separatfriedens  zwischen
Deutschland  und  Rußland  wäre  verwerflich,  weil  er  diese
Entwicklung  in  Deutschland  beeinträchtigen  und  die
herrschenden  Schichten  stärken  würde.  —  Eine  Bestätigung
solcher  Aussichten  mochten  die  Bolschewistenführer  vor
allem  in  der  Streikbewegung  erblicken,  die  in  der  letzten
Januarwoche  zuerst  in  Wien  und  den  österreichischen
Industriegebieten  zum  Ausbruch-kam  und  alsbald  auf
Berlin  übersprang.  Der  Streik  in  Berlin  entstand  gegen
den  Willen  der  Gewerkschaften  und  der  alten  Sozialdemokratie;
  aber  die  Sozialdemokraten  traten  in  die  Streikleitung
  ein,  um  die  Führung  zu  gewinnen  und  den  Streik
„in  geordnete  Bahnen  zu  leiten“.  Die  Streikenden  erhoben
nicht  nur  wirtschaftliche,  sondern  auch  weitgehende  politische
  Forderungen.  Die  Reichsleitung,  vertreten  durch

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